Baden-Württemberg

Kretschmann will sich nicht auf Koalitionspartner festlegen

Winfried Kretschmann spricht
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht. Foto: Sebastian Gollnow/dpa © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will sich im Gegensatz zur Grünen-Landesspitze nicht festlegen, mit wem er nach einem möglichen Sieg bei der Landtagswahl regieren möchte. «Wir haben unter Grün-Rot verlässlich dieses Land regiert, wir haben unter Grün-Schwarz dieses Land verlässlich regiert», sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Klar sei aber auch: «Wir machen keinen Koalitionswahlkampf.»

Grüne und CDU hätten sich in den vergangenen fünf Jahren zusammengerauft und fast den ganzen Koalitionsvertrag abgearbeitet. «Ich kann mich in keinster Weise beschweren.» Der Grünen-Politiker ergänzte, «kleinere Nickligkeiten» seien normal. Kretschmann stellte zudem klar: «Ich beabsichtige auch, keinen Lagerwahlkampf zu führen.»

Die Grünen-Landesvorsitzende Sandra Detzer hatte am Montag erklärt, ihre Partei bevorzuge eine Koalition mit der SPD. Ihr Co-Chef Oliver Hildenbrand hatte ergänzt, die Grünen seien enttäuscht, dass die CDU in der Corona-Krise Klientelpolitik mache. Dazu sagte Kretschmann: «Es gibt keinen Corona-Wahlkampf. Diese Krise werden wir gemeinsam meistern.»

Der CDU-Landesvorsitzende und Vize-Regierungschef Thomas Strobl sagte zur Kritik der Grünen-Spitze, die CDU sei den Grünen in der wichtigen Klimapolitik ein «Klotz am Bein»: «Das ist Wahlkampfgeplänkel, das passt nicht in diese Zeit.» Grüne und CDU hätten in der Corona-Krise «gigantische Aufgaben» zu bewältigen, mit dem Wahlkampf könne man noch Ende Februar beginnen, drei Wochen vor der Wahl am 14. März.

Die grün-schwarze Koalition habe «verlässlich und erfolgreich» gearbeitet, sagte Strobl. Klar sei aber auch: «Die CDU möchte auch auf Platz eins.» Die Grünen müssten die Frage beantworten, ob sie ein «rot-rot-grünes Bündnis» anstrebten, wenn es mit der SPD allein nicht reicht. Die Landtagswahl ist im März 2021.