Baden-Württemberg

Kretschmann zieht sich teilweise aus Wahlkampf zurück

Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Regierungspressekonferenz. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann zieht sich wegen einer Brustkrebserkrankung seiner Frau teilweise aus dem laufenden Wahlkampf für die Landtagswahl zurück. Der 72 Jahre alte Grünen-Politiker bleibe aber Spitzenkandidat seiner Partei für die Wahl am 14. März, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet am Freitag. Auch seine Regierungsgeschäfte werde er weiterführen.

Kretschmann wird auf einige Termine wie zum Beispiel auf zwei virtuelle Spitzenkandidatenrunden an diesem Freitag verzichten. Grünen-Landtagsfraktionschef Andreas Schwarz ersetzt ihn dabei.

«Meine Frau Gerlinde ist an Brustkrebs erkrankt», heißt es in einer persönlichen Erklärung Kretschmanns. «Es geht ihr den Umständen entsprechend, aber es kommen nun schwere Zeiten auf sie zu. Ich will für sie da sein, so gut es geht.» Termine im Wahlkampf werde er nicht immer wahrnehmen können. «Ich brauche diese Zeit, um meiner Frau beizustehen», schreibt der Regierungschef. «Ich werde in der schwierigen Lage für das Land meine Arbeit als Ministerpräsident weiterhin mit vollem Einsatz fortführen», versicherte er.

Kretschmann ist seit 2011 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Er ist der erste von den Grünen gestellte Regierungschef eines deutschen Bundeslandes. Bei der Wahl am 14. März wird Kretschmann von CDU-Kultusministerin Susanne Eisenmann herausgefordert. Seit fünf Jahren regiert der beliebte grüne Regierungschef mit der CDU als Juniorpartner. In jüngsten Umfragen führen die Grünen vor der CDU.

«Es gibt Momente, in denen die Politik in den Hintergrund rückt», teilte Eisenmann am Freitag mit. «Dass Gerlinde Kretschmann an Brustkrebs erkrankt ist, macht mich betroffen. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen eine schnelle und vollständige Genesung.»

«Die Erkrankung von Gerlinde Kretschmann macht uns betroffen. Ich habe dem Ministerpräsidenten und seiner Gattin meine guten Wünsche bereits vor einigen Tagen persönlich übermittelt», sagte Baden-Württembergs FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. Nun da beide den Schritt gegangen seien, die Erkrankung öffentlich zu machen, tue er dies im Namen von Fraktion und Partei der FDP auch auf diesem Wege.