Baden-Württemberg

L wie Limes: Barbaren mussten draußen bleiben

Limes
Rekonstruierte Holzpalisaden des Limes stehen auf einer Wiese. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © Sebastian Gollnow

Aalen (dpa/lsw) - Im Abschotten waren die Römer fleißig: Sie stellten Grenzen von 5000 Kilometern Länge in die Landschaft. Damit wollten sie ihr Reich von jenen, die sie für «Barbaren» hielten, trennen. Ein 550 Kilometer langer Teil dieser Grenzlinien ist das größte archäologische Denkmal Europas: der Obergermanisch-Raetische Limes. 164 Kilometer davon verlaufen durch den Nordosten des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg.

Der Alltag der Soldaten in einem der 900 Wachtürme war laut Andreas Schaflitzl vom Landesamt für Denkmalpflege allerdings «wahrscheinlich streckenweise sehr, sehr langweilig». Schaflitzls Angaben nach diente der Limes weniger der Abwehr feindlicher Truppen als der Kontrolle von Warenverkehr und Einreisenden. Versorgt werden mussten die Soldaten natürlich dennoch. In den Kastellen entlang der Strecke lebten auch ihre Familien und Handwerker. Für Nachschub an Pferden sorgten Höfe im Hinterland.

Einig, wie dieser Grenz- und Patrouillenweg auszusehen hatte, waren sich die Römer untereinander nicht. Während jene in der obergermanischen Provinz zwischen Rheinbrohl (Rheinland-Pfalz) und Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) einen breiten Graben samt Wall bevorzugten, schwor der raetische Teil von Gmünd bis Bayern auf eine Mauer.

Ein Jahrhundert lang florierte das römische Leben hinter der Trennlinie. Dann wurden die Germanen kecker, Einfälle und Kämpfe häuften sich. Die Römer zogen ihre Truppen in den Osten des Reiches ab - und gaben den Limes im 3. Jahrhundert nach und nach auf.