Baden-Württemberg

Land: Details für Teststrategie für Lehrer und Erzieher

Symbolbild "Coronavirus-Test"
Ein Mann führt in einem Covid-19 Testcenter einen Rachenabstrich bei einem Mann durch. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild © Matthias Balk

Stuttgart (dpa/lsw) - Mehr als 260 000 Beschäftigte in Schulen, Kitas und anderen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen sollen sich künftig zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen können. Das Land plant dafür bis zu den Osterferien Ende März Kosten von gut 50 Millionen Euro ein, wie aus einer Vorlage für die nächste Sitzung des Kabinetts hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der Antigen-Schnelltest ist freiwillig und soll in Arztpraxen oder Apotheken erfolgen. Zudem sollen Kommunen die Möglichkeit bekommen, mit Testkits aus der Notreserve des Landes eigene Testangebote für Schulen und Kitas einzurichten.

Eine Sprecherin des Sozialministeriums bestätigte die entsprechende Beschlussvorlage. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatten sich kürzlich darauf geeinigt, die Testangebote für Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Beschäftigte im Bildungs- und Betreuungsbereich auf zwei pro Woche auszuweiten. Nach bisherigen Plänen hätte jeder Beschäftigte bis zum Ende der Osterferien nur drei Tests bekommen.

Die erweiterte Teststrategie soll die angestrebte Öffnung von Schulen und Kitas flankieren, wie es in der Vorlage heißt. Das Land will vom 22. Februar an zunächst Kitas und Grundschulen schrittweise öffnen.

Die Opposition warf der Regierung vor, zu langsam in die Gänge gekommen zu sein. Die nun vorgelegte Strategie komme viel zu spät, sei aber trotzdem richtig, sagte FDP-Landtagfraktionschef Hans-Ulrich Rülke. «So etwas brauchen wir aber auch für weitere Bereiche, damit wir auch Handel, Gastronomie und Kultur wiedereröffnen können», forderte er. Von «Schleichfahrt» und «Schneckentempo» sprach die SPD. «Wir erwarten vom Personal in Kitas und Schulen erheblichste Anstrengungen in dieser Pandemie. Aber das Sozialministerium kommt nicht in den Krisenmodus, der jetzt gefragt wäre», kritisierte SPD-Finanzexperte Peter Hofelich.

Die Kostenschätzung für die Tests beruht laut Vorlage auf der Annahme, dass die Hälfte der landesweit rund 262 000 Berechtigten das Angebot wahrnimmt. Wer im Schnellverfahren positiv getestet wird, darf seine Schule oder Kita nicht mehr betreten und muss sich an die Vorgaben aus den entsprechenden Corona-Verordnungen halten. Zudem muss das Ergebnis per genauerem PCR-Test bestätigt werden.

Das bisherige Angebot mit drei Tests bis nach den Osterferien entfällt mit der neuen Strategie. Es werde zudem zu prüfen sein, in welchen Bereichen sich Selbst-Schnelltests sinnvoll einsetzen ließen, heißt es weiter in der Vorlage - allerdings erst, wenn diese Tests in ausreichender Qualität verfügbar seien.

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