Baden-Württemberg

Landesregierung: Abholdienste im Handel werden verboten, aber Bringdienste erlaubt - Baumärkte schließen

Geschlossen Schild Laden Lockdown Symbol
Symbolbild © ZVW/Büttner

Vergangenes Wochenende hat der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) einen harten Lockdown angekündigt. An diesem Dienstag (15.12.) erklärte Kretschmann, welche Geschäfte geöffnet bleiben dürfen. Auch in den Krankenhäusern soll der Betrieb deutlich herunter gefahren werden. 

Baumärkte schließen

Anders als im Frühjahr müssen diesmal die Baumärkte schließen. Allerdings soll es eine Ausnahme für Gewerbetreibende wie Handwerker geben, die einen Abholdienst der Baumärkte in Anspruch nehmen dürfen - etwa bei Ersatzteilen. Auch die Landwirtschaftsbetriebe werden bei ihren Genossenschaften weiter Waren abholen dürfen, so Ministerpräsident Kretschmann. Das gelte aber nicht für den Normalbürger, betonte Wirtschaftministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Lokalen Einzelhändlern soll ein Bringdienst ermöglicht werden. „Es macht keinen Sinn, dass sich das, was sich normalerweise im Geschäft abspielt, jetzt vor das Geschäft verlagert“, so Kretschmann und spielte damit auf den Verkauf vor der Ladentür an, den es im Frühjahr gab. Also: Zum Beispiel als Hobby-Heimwerker wird man nicht beim „geschlossenen“ Baumarkt Waren abholen dürfen. Baumärkte werden aber ebenso wie der restliche stationäre Einzelhandel ausliefern dürfen.

Eine Endabstimmung der neuen Corona-Verordnung, die von Mittwoch (16.12.) gelten soll, steht noch aus. „Der Teufel steckt immer im Detail“, so Kretschmann. „Wenn sich die steigenden Inzidenzzahlen immer weiter hinziehen, ist der Schaden für die Wirtschaft deutlich größer“, sagte er.

Krankenhäuser sagen geplante Eingriffe ab

In den großen Kliniken wie in Heidelberg, Freiburg und Stuttgart herrsche eine kritische Situation, so Kretschmann. Elektive Eingriffe (also planbare Eingriffe) bei Patienten sollen vorerst verschoben werden. Dasselbe gilt übrigens auch für die Rems-Murr-Kliniken in Schorndorf und Winnenden.

Grund dafür ist, dass die Krankenhäuser handlungsfähig bleiben müssen. Das Problem ist nicht die Anzahl der Intensivbetten, sondern am Ende das Personal etwa, wenn sich Krankenhausmitarbeiter selbst mit dem Virus infizieren oder als Kontaktperson in Quarantäne bleiben müssen.

Ein weiteres Treffen zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll es am 5. Januar geben. Dann wird über das weitere Vorgehen debattiert.