Baden-Württemberg

«Lieber da als irgendwo anders»: Tabellenführung Motivation

Leverkusens Leon Bailey jubelt über seinen Treffer zum 2:0
Leverkusens Leon Bailey jubelt über seinen Treffer zum 2:0. Foto: Thilo Schmuelgen/Reuters/Pool/dpa © Thilo Schmuelgen

Leverkusen (dpa) - Tabellenführer. Zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahren. Oder 2284 Tagen. Oder 212 Spieltagen. Obwohl Bayer Leverkusen seit Jahren ein deutsches Spitzenteam ist, ist die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga für die Werkself nach dem 4:1 (2:0) gegen 1899 Hoffenheim am 11. Spieltag alles andere als alltäglich. «Wir freuen uns, dass wir da stehen. Lieber da als irgendwo anders», sagte Trainer Peter Bosz, der mit Borussia Dortmund 2017 mal für neun Spieltage Spitzenreiter war und sechs Spiele später entlassen wurde.

Dass Bayer eine Eintagsfliege ist, zeichnet sich aktuell nicht ab. Erst eine Niederlage kassierte Leverkusen in 18 Pflichtspielen bei 51:18 Toren. Schoss die meisten Treffer aller 48 Europa-League-Teilnehmer in der Vorrunde. Und kassierte in der Liga die zweitwenigsten Gegentore. Das nennt sich Stabilität.

«Es ist ein super Gefühl, auf Platz eins zu stehen. Und es ist eine große Motivation», sagte der seit Wochen überragende Leon Bailey, der am Sonntag gegen Hoffenheim ebenso zweimal traf (4./27.) wie drei Tage zuvor beim 4:0 gegen Slavia Prag. Und auch Lars Bender sagte breit lachend. «Es ist schon schön, auf der Eins zu stehen.»

Ex-Nationalspieler Bender ist neben Tin Jedvaj, Wendell und Karim Bellarabi einer von vier Spielern, die schon am 12. September 2014 zum Kader zählten, als Bayer zum bisher letzten Mal nach einem kompletten Spieltag Erster war. Und Bender war sogar im Februar 2010 schon dabei, als Leverkusen mit dem späteren Weltmeister Toni Kroos im Mittelfeld und Jupp Heynckes als Trainer letztmals zu einem späteren Saison-Zeitpunkt oben stand. Deshalb wollte sich Bender am Sonntag erst mal ein «Foto von der Tabelle machen».

Am Mittwoch muss Bayer nun im Derby beim 1. FC Köln antreten und am Samstagabend kommen schließlich die gerade von der Tabellenspitze gestoßenen Bayern in die BayArena. Nur diese zwei Spiele trennen das Bosz-Team noch davon, die Tabellenführung sogar über Weihnachten und ins neue Jahr zu tragen.