Baden-Württemberg

Linden-Museum lädt zur digitalen Reise durch die Sammlung

Linden-Museum
Das Stuttgarter Linden-Museum. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild © Sina Schuldt

Stuttgart (dpa/lsw) - Mit einem Klick nach Indonesien oder Mexiko, mit einem weiteren in die Tiefen der Provenienzforschung: Das Stuttgarter Linden-Museum, eines der bedeutendsten Völkerkundemuseen in Europa, lädt ein zu einer Art digitalen Weltreise durch seine Sammlung. Über eine Präsentations- und Kommunikationsplattform kann künftig virtuell auf die Museumsbestände zugegriffen werden, es wird vernetzt, erklärt und hinterfragt.

Unter dem Titel «Sammlung digital» sollen detaillierte Informationen, interessante Geschichten und Hintergründe zu den Objekten präsentiert werden, kündigte das Museum am Montag an. Vermittelt werden sollen auch Methoden und Ergebnisse der Provenienzforschung, bei der die Bestände nach Gütern durchforstet werden, die unrechtmäßig in die Sammlungen gelangt sind.

«Mit der «Sammlung digital» kommen wir nun auch auf digitalem Wege unserer historischen Verantwortung nach», sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne) vor dem Start des neuen Online-Angebots. Die Datenbank schaffe Transparenz in Provenienzfragen und ermögliche den Austausch über die Objekte mit der Herkunftsgesellschaft. Ähnlich formulierte es Museumsdirektorin Inés de Castro: «Der virtuelle Austausch soll nicht zuletzt neues Wissen über die Objekte sowie ihre Herkunftskontexte erschließen und bildet auch eine Basis für den verantwortungsvollen Umgang mit kolonialem Kulturgut», sagte sie.

Zum Start der digitalen Sammlung werden rund 2000 Objekte präsentiert, interpretiert und so weit wie möglich zurückverfolgt. «Ziel ist, perspektivisch den gesamten Sammlungsbestand zu digitalisieren und ihn ohne Einschränkungen online verfügbar zu machen», sagte de Castro.

Das 1911 eröffnete und derzeit wegen der Corona-Einschränkungen geschlossene Museum beherbergt mehr als 160 000 Objekte aus allen Erdteilen außerhalb Europas. Bekannt ist es auch für seine fortgeschrittene Provenienzforschung. Seit 1973 befindet sich das Museum im Besitz von Stadt und Land.