Baden-Württemberg

Mann in US-Untersuchungshaft soll Kinder missbraucht haben

Eine Figur der blinden Justitia
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild © Sonja Wurtscheid

Mosbach (dpa/lsw) - Gegen einen Mann aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, der wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Schriften in den USA in Untersuchungshaft sitzt, gibt es neue Vorwürfe. Er hat womöglich auch selbst Kinder missbraucht. Die Sichtung der Beweismittel, die bei der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten sichergestellt werden konnten, habe einen den dringenden Tatverdacht ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft Mosbach am Dienstag mit.

Der Familienvater war Ende 2019 bei der Einreise nach Texas aufgefallen und durchsucht worden. Die US-Beamten fanden auf seinem Handy erhebliche Mengen Kinderpornografie. Seitdem sitzt er in U-Haft. Dass der Tatvorwurf in Deutschland erst jetzt erweitert wurde, liegt daran, dass die Ermittler sich noch immer durch «unfassbare Mengen» von Material kämpfen müssen, wie ein Sprecher der Anklagebehörde erläuterte. Gegen den Mann wurde ein nationaler und ein europäischer Haftbefehl erlassen.

Die Behörden entscheiden, ob ein Auslieferungsersuchen oder ein Ersuchen zur Übernahme der Strafvollstreckung an die USA gerichtet werden wird. Letzteres bedeutet, dass der Mann nach einer Verurteilung in den USA seine Strafe in Deutschland verbüßen müsste. In beiden Fällen könnte ihm aber wegen möglicherweise in Deutschland begangener Straftaten der Prozess gemacht werden. Bei einer Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs würden ihm sechs Monate bis 10 Jahre Haft drohen. In den USA sind die Strafen für solche Delikte höher als hierzulande.

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