Baden-Württemberg

Massive Einschnitte im Alltag durch neue Corona-Maßnahmen

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nimmt an einer Pressekonferenz teil. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - In Baden-Württemberg stehen ab kommender Woche weitere drastische Einschnitte ins Leben aller Bürger an, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verteidigte den Beschluss zu strengeren Maßnahmen mit den drastisch gestiegenen Infektionszahlen: «Die Lage hat sich dramatisch zugespitzt», sagte der Regierungschef am Mittwochabend in Stuttgart in einer Video-Erklärung. Es sei notwendig, vor allem die sozialen Kontakte sehr deutlich einzuschränken, um die Nachverfolgung der Infektionsketten wieder möglich zu machen.

Gemeinsam mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder hatte sich der Grünen-Politiker zuvor angesichts der bundesweit anschwellenden Corona-Infektionswelle auf massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens geeinigt. Die Maßnahmen sollen vom kommenden Montag an bis Ende November auch in Baden-Württemberg gelten.

Nach Angaben Kretschmanns sollen Restaurants und Kneipen auch im Südwesten wieder schließen, genauso wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios oder Kinos. In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal zehn Menschen aus dem eigenen und einem zweiten Hausstand gemeinsam aufhalten dürfen. Veranstaltungen werden gestrichen und Zuschauer in der Bundesliga wieder verboten. Offen bleiben sollen Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden. Nach Ablauf von zwei Wochen wollen Kanzlerin und Länderchefs die erreichten Ziele beurteilen und notwendige Anpassungen vornehmen.

Die jüngsten Beschlüsse gehen einher mit Infektionszahlen auf Rekordniveau. Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist in Baden-Württemberg am Mittwoch im Vergleich zum Dienstag um 2402 Fälle gestiegen. Insgesamt haben sich damit mindestens 75 137 Menschen nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt, wie das Landesgesundheitsamt (Stand: 16.00 Uhr) mitteilte. Als genesen gelten 53 436 Menschen - das sind 630 mehr als am Vortag. Aber landesweit liegt der Wert für Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen bereits bei 95,9 - das ist fast doppelt so hoch wie die Schwelle von 50 für die höchste Warnstufe im Land.