Baden-Württemberg

Mehr als 1100 neue Sozialmietwohnungen im Südwesten gebaut

Sozialwohnungen
Eine Rutsche steht vor einem Gebäude mit neugebauten Sozialwohnungen. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © Marijan Murat

Stuttgart (dpa/lsw) - Angesichts eines sinkenden Bestands an Sozialmietwohnungen sind in Baden-Württemberg im Vorjahr wieder mehr entsprechend vom Staat geförderte Wohnungen gebaut worden. Das geht aus Zahlen des Wirtschaftsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur am Wochenende vorlagen. Im Vorjahr wurden demnach im Südwesten 1131 neue Sozialmietwohnungen errichtet - so viele wie lange nicht. 2019 waren es 891, im Jahr 2018 nur 620 - und in den Jahren davor noch weniger, 2014 beispielsweise lediglich 93.

Diese Zahlen zeigen allerdings nicht die aktuelle Lage auf dem sozialen Wohnungsmarkt, da zwischen einer Antragsstellung für eine Förderung und der Fertigstellung einer Wohnung in der Regel mindestens drei Jahre liegen. Die Zahl der bewilligten Förderungen für Sozialwohnungen lag 2020 bei 3007 - darunter fielen 2537 Anträge für neue Wohnungen und 470 Anträge für die Umwandlung bestehender Wohnungen in Sozialwohnungen. Im Jahr 2019 waren sogar Anträge für 3040 entsprechende Wohnungen gebilligt worden.

In Baden-Württemberg und vielen anderen Bundesländern ist der Bestand an Sozialmietwohnungen jahrelang stark zurückgegangen. Ende 2017 gab es nach Ministeriumsangaben im Südwesten noch 58 416 gebundene Sozialmietwohnungen, neuere Zahlen liegen nicht vor. Laut einer Studie von 2017 müssen bis 2030 jährlich mindestens 1500 Sozialmietwohnungen hinzukommen, um den Bestand zu erhalten.

Wirtschafts- und Wohnungsbauministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, man sei angesichts der jüngsten Antragszahlen zuversichtlich, dass man in Zukunft nicht nur dem Abschmelzen des Sozialwohnungsbestands entgegenwirken, sondern sogar wieder zusätzliche Wohnungen schaffen könne.

Unter dem sozialen Wohnungsbau versteht man den staatlich geförderten Bau von Wohnungen insbesondere für Menschen, die auf dem freien Wohnungsmarkt schlechte Chancen haben und preisgünstigere Alternativen benötigen. Weil der Staat den Bau dieser Wohnungen bezuschusst, kann er dann in den Folgejahren während der sogenannten Belegungsbindung Vorgaben machen, wer dort wohnen darf.

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