Baden-Württemberg

Mentrup ist weitere acht Jahre OB in Karlsruhe

Frank Mentrup
Frank Mentrup (SPD), Oberbürgermeister von Karlsruhe. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild © Uli Deck

Karlsruhe (dpa/lsw) - Frank Mentrup (SPD) ist für weitere acht Jahre als Oberbürgermeister von Karlsruhe bestätigt worden. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis erreichte der 56-Jährige am Sonntag 52,55 Prozent der Stimmen, wie die Stadt Karlsruhe am Abend mitteilte. Mentrup war auch von den Grünen unterstützt worden. Sein stärkster Konkurrent, Sven Weigt (49), Bürgermeister von Karlsdorf-Neuthard (CDU), konnte 25,36 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen.

Die Stadträtin Petra Lorenz (53), die für die Freien Wähler/Für Karlsruhe antrat, errang 8,71 Prozent. Einen Achtungserfolg errang der Youngster unter den Kandidaten, der parteilose Standesbeamte Marc Nehlig (26): Er kam auf 6,37 Prozent. Der AfD-Gemeinderat Paul Schmidt (54) erreichte 4,11 und Vanessa Schulz (39) von «Die Partei» 2,79 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,4 Prozent.

Mit 308 988 Einwohnern (Stand Ende Juli) ist Karlsruhe nach Stuttgart und Mannheim die drittgrößte Kommune in Baden-Württemberg. Die «Residenz des Rechts» ist Sitz von Bundesverfassungsgericht, Bundesgerichtshof und Bundesanwaltschaft. Insgesamt hatten 231 335 Wahlberechtigte am Nikolaus-Tag das Wort.

Mentrup reagierte nach dem Sieg im ersten Wahlgang erleichtert: «Es gibt jetzt ein sehr klares Ergebnis.» Dieses gebe Rückenwind, um die großen Herausforderungen zu meistern, die anstünden. Er bedankte sich bei seinen Konkurrenten für den fairen Wahlkampf und bei den Karlsruhern dafür, dass sie seinen Politikstil bestätigten.

CDU-Herausforderer Weigt gehörte zu den ersten Gratulanten, betonte aber: «Ich hoffe, dass Karlsruhe die Finanzen und die anderen Probleme in den Griff bekommt und zukünftig stärker als bisher mit der Region zusammenarbeitet.»

Abstand, Maske und eigenen Stift mitbringen - die Karlsruher OB-Wahl war anders als sonst. Doch Wahlleiterin Edith Wiegelmann-Uhlig war zufrieden, was das Verhalten der Wähler anging: «Es ist alles diszipliniert abgelaufen.»

Für die meiste Diskussion sorgte im Wahlkampf die Verkehrspolitik. Umstritten war etwa Mentrups Vision der autofreien City. Auch die Führungskrise beim Badischen Staatstheater brachte negative Schlagzeilen. Mentrup, der mit dem Motto «Karlsruhe. Gemeinsam. Gestalten.» angetreten war, will nun noch intensiver Belange des Umwelt- und Naturschutzes, Klimapolitik sowie die Teilhabe aller in einer offenen Gesellschaft umsetzen.

Vor acht Jahren hatte Mentrup die langjährige CDU-Bastion im ersten Anlauf überraschend mit 55,25 Prozent gewonnen. Er konnte sich damals klar gegen seinen schärfsten Konkurrenten von der CDU, Ingo Wellenreuther, durchsetzen, der auf 35,41 Prozent kam.