Baden-Württemberg

Mietwucher und Sozialbetrug? Durchsuchungen und Haftbefehl

Razzia in Mannheim
Polizisten kontrollieren und durchsuchen in der Innenstadt von Mannheim Immobilien. Foto: Rene Priebe/dpa © Rene Priebe

Mannheim (dpa/lsw) - Polizei, Staatsanwaltschaft und Zoll haben in Mannheim und weiteren Orten zahlreiche Immobilien wegen des Verdachts des Mietwuchers und Sozialbetrugs durchsucht. Bei den Einsätzen am Dienstag und Donnerstag wurden mehr als 330 Durchsuchungsbeschlüsse in 18 Objekten vollzogen, wie die Behörden mitteilten. Ein Hausverwalter wurde festgenommen. Der 55-Jährige kam in Untersuchungshaft.

Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen Eigentümer und Hausverwalter von Problemimmobilien. Sie stehen im Verdacht, die hilflose Lage ihrer meist aus Südosteuropa stammenden Mieter auszunutzen und völlig überhöhte Mieten zu verlangen. Die Vorwürfe lauten auf gewerbsmäßigen Mietbetrug, Mietwucher und Sozialleistungsbetrug. Außerdem sollen unrechtmäßig Corona-Hilfen kassiert worden sein. In einem Fall musste ein Mieter für 3,5 Quadratmeter Fläche eine monatliche Miete von 320 Euro zahlen. Der Raum ist dazu ein Notausgang. Allein beim Sozialbetrug geht es nach Angaben der Ermittler um mehrere Hunderttausend Euro.

Außer in Mannheim durchsuchten die Beamten Immobilien in Heddesheim, Ilvesheim, Weinheim (alle Rhein-Neckar-Kreis), sowie in Ludwigshafen und Altrip in Rheinland-Pfalz.