Baden-Württemberg

Militärische Führung: Fehlansätze in KSK-Grundaufstellung

Soldaten trainieren mit einem G36 Gewehr
Soldaten trainieren mit einem G36 Gewehr im Schießausbildungszentrum auf dem Kasernengelände des Kommandos Spezialkräfte (KSK). Foto: picture alliance / Franziska Kraufmann/dpa/Symbolbild © Franziska Kraufmann

Berlin (dpa) - Die Vorfälle um Extremismus und verschwundene Munition im Kommando Spezialkräfte (KSK) werden in der militärischen Führung als Beleg für Konstruktionsfehler in der Eliteeinheit betrachtet. Dabei reichten die Ursachen weit in die Vergangenheit zurück, heißt es in einem internen Schreiben, mit dem der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Anton Mais, den Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn über den Sachstand der Aufklärung informiert hat. Mais ruft aber auch zu Vertrauen in die Soldaten der Einheit auf, die wiederholt von Skandalen erschüttert wurde. Das Schreiben zirkulierte im Verteidigungsministerium und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Mais schreibt darin, in seinem ersten Jahr als Inspekteur sei er zu sechs Besuchen in die KSK-Heimatkaserne in Calw (Baden-Württemberg) gereist. «Danach komme ich zu dem Schluss, dass organisatorische Fehlansätze in der Grundaufstellung des KSK, kontinuierlicher Ausbildungs-, Übungs- und Einsatzdruck auf höchstem Niveau, fehlende Regenerationsphasen, andauernde Personallücken, Überlastung im administrativen Grundbetrieb sowie nicht vorhandene Überdruckkompensation über Jahre hinweg innerhalb der Spezialkräfte des Heeres ein Klima geschaffen haben, in dem Einzelne und Gruppen von Angehörigen des KSK in ihren individuellen Einstellungen und ihrer fachlichen Aufgabenwahrnehmung offensichtlich Orientierung, Maß und Mitte verloren haben», stellt er in dem Schreiben fest.

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