Baden-Württemberg

Ministerien schicken Mitarbeiter ins Homeoffice

Homeoffice
Eine Frau arbeitet am Küchentisch an ihren Laptops. Foto: Lisa Ducret/dpa/Archivbild © Lisa Ducret

Baden-Baden (dpa/lsw) - Beim Thema Homeoffice als Schutzmaßnahme gegen eine Corona-Infektion versucht die Landesregierung mit gutem Beispiel voranzugehen. Im Finanzministerium sind nach einem Bericht des «Badischen Tagblatts» (Dienstag) 98 Prozent der Mitarbeiter so ausgestattet, dass sie zu Hause arbeiten können - Pförtner oder Fahrer ausgenommen. «Bis auf einen Notdienst faktisch zu ist das Umweltministerium.» Im Sozialministerium sei der überwiegende Teil der Mitarbeiter im Homeoffice, und dessen Akzeptanz sei in den vergangenen Monaten «kontinuierlich gestiegen», zitierte die Zeitung einen Sprecher. Im Wissenschaftsministerium arbeite sogar die Hausspitze daheim am Computer. Im Ministerium für ländlichen Raum werben die Abteilungsleiter den Angaben nach permanent für den Dienst zu Hause. Die Teilnahme sei «sehr rege», sagte eine Sprecherin.

Bei einer Umfrage in der Landeshauptstadt, an der sich laut Zeitung knapp 5700 Mitarbeiter beteiligten, hätten nur zehn Prozent Probleme mit der Technik zu Hause gemeldet. Jeder Zweite habe aber angegeben, dass bestimmte Tätigkeiten nur eingeschränkt möglich seien, etwa weil Akten noch nicht digitalisiert wurden. «77 Prozent nennen als größten Nachteil das Fehlen persönlicher Kontakte.» Die Zahl der sogenannten Tele-Arbeitsplätze sei binnen weniger Monate von 250 auf 4200 gesteigert worden, berichtete das «Badische Tagblatt» in Baden-Baden.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wirbt seit Tagen für mehr Homeoffice, weil damit auch weniger Menschen in Bussen und Bahnen unterwegs wären. Die Landesregierung plant zudem einen Homeoffice-Gipfel mit Wirtschaftsvertretern.

Die Zahlen der baden-württembergischen Ministerien wirken im Vergleich recht gut. Der Deutsche Beamtenbund dbb hatte in einer Befragung herausgefunden, dass auf Bundesebene im Schnitt 67 Prozent der Beschäftigten dauerhaft ins Homeoffice wechseln konnten, auf Landesebene aber nur 55 und auf kommunaler Ebene sogar gerade einmal 37 Prozent. Das «Grundübel» sei schlechte technische Ausstattung, hatte ein Sprecher kürzlich gesagt. Einige Führungskräfte wollten auch vor Ort sehen, was Mitarbeiter machen. Und in manchen Fällen wie der Steuer sei Homeoffice wegen der Datensicherheit unmöglich.