Baden-Württemberg

Ministerium: Bund rationiert auch Impfstoff von Moderna

Moderna
Spritzen mit dem Impfstoff von Moderna liegen bereit. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © Klaus-Dietmar Gabbert

Stuttgart/Berlin (dpa/lsw) - Nach dem Impfstoff von Biontech wird mittlerweile auch der Moderna-Impfstoff nach Auskunft des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums vom Bund rationiert oder kann teilweise gar nicht mehr bestellt werden. «Wir können nicht einerseits die Impfoffensive hochfahren und gleichzeitig wird der Impfstoff rationiert», sagte ein Behördensprecher am Freitag in Stuttgart. Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) habe sich Anfang der Woche direkt beim geschäftsführenden Bundesminister Jens Spahn (CDU) eingesetzt, um kurzfristig eine zusätzliche Lieferung von Moderna zu bekommen. «Wir erwarten nun heute eine Sonderlieferung von 120 000 Dosen Moderna», sagte der Behördensprecher.

Derzeit bekommt nach Auskunft des Gesundheitsministeriums eine Arztpraxis nur 30 Dosen von Biontech pro Woche, Impfstützpunkte können nur 1020 Dosen pro Woche bestellen. «Eine solche Menge verimpft ein Impfstützpunkt normalerweise pro Tag.» Die Impfoffensive des Landes laufe auf Hochtouren. «Und wir haben jetzt nicht so viel Impfstoff, wie wir gerne verimpfen würden um der großen Nachfrage zu begegnen. Bis Jahresende brauchen wir mindestens 3,5 Millionen Dosen mRNA-Impfstoffe, um die Menschen in Baden-Württemberg ausreichend versorgen zu können», sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Für die geplante Beschleunigung der Corona-Impfungen sind nach Angaben Spahns nötige Impfstoffmengen verfügbar. Der Bund werde innerhalb von zehn Tagen 18 Millionen Dosen für Auffrischimpfungen ausgeliefert haben, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Angesichts des Ziels, bis Weihnachten 20 bis 30 Millionen Booster-Impfungen zu erreichen, sei dies schon «ein ziemlich großer Schritt dahin». In den vergangenen sieben Tagen habe es 3,5 Millionen Impfungen gegeben. Im Gesamtsystem sei genug Impfstoff da, sagte Spahn. Er verwies zugleich darauf, dass es wegen Umstellungen zum stärkeren Hochfahren der Impfungen in der Logistik vom Großhandel über Apotheken in die Praxen zu Verzögerungen beim Verteilen in der Fläche kommen könne.

Tatsache sei, dass in dieser Woche in den Arztpraxen und bei den mobilen Impfteams in Baden-Württemberg zu wenig Impfstoff angekommen sei, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Gesundheitsministeriums. «Auch wir hatten für die heutige Sonderlieferung eigentlich 200 000 Dosen Moderna bestellt und bekommen jetzt 120 000 Dosen geliefert.» Wenn Spahn nun Besserung verspreche und in den kommenden Wochen ausreichend Impfstoff in Aussicht stelle, sei das erfreulich.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte schon vor ein paar Tagen in einem Schreiben an die Länder für die nächsten Wochen Begrenzungen bei Bestellmengen für den Biontech-Impfstoff angekündigt. Dafür soll das Präparat von Moderna bei den Auffrischungsimpfungen vermehrt zum Einsatz kommen. Zur Begründung wurde auch darauf verwiesen, dass andernfalls eingelagerte Moderna-Dosen zu verfallen drohten. Aktuell mache der Impfstoff von Biontech über 90 Prozent der Bestellungen aus.

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