Viruserkrankung

Ministerium: Impfung gegen Affenpocken beginnt im Südwesten

Impfung
Ein medizinischer Mitarbeiter impft eine Frau. © Jörg Carstensen

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Impfungen gegen Affenpocken können in Baden-Württemberg losgehen. Noch in dieser Woche würden die 2980 Impfdosen des Bundes an die Apotheken der Unikliniken ausgeliefert, teilte das Sozialministerium am Mittwoch in Stuttgart mit. Dann könnten Praxen, die vor allem Menschen mit HIV behandeln, Impfdosen dort abrufen.

Hintergrund ist, dass das Affenpocken-Virus nach bisherigem Kenntnisstand hauptsächlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen wird. Laut Weltgesundheitsorganisation sind 99 Prozent der bisher Betroffenen Männer bis 65 Jahre, die Sex mit Männern haben. Generell kann sich aber jeder infizieren, der engen körperlichen Kontakt mit Infizierten hat. Bislang wurden im Südwesten 87 Affenpocken-Infektionen in 25 Stadt- und Landkreisen bestätigt.

Das Ministerium schätzt die Gefahr für die breite Bevölkerung weiter als gering ein. Der erste Affenpocken-Fall im Südwesten war Ende Mai nachgewiesen worden und betraf einen Mann aus dem Ortenaukreis. Es handelte sich um einen Reiserückkehrer aus Spanien.

Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung. Experten hatten vor einer Weiterverbreitung des Virus, etwa bei bevorstehenden Festivals und Partys gewarnt. Die Inkubationszeit beträgt laut RKI 5 bis 21 Tage. Die Symptome (darunter zum Beispiel Fieber und Hautausschlag) verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen.