Baden-Württemberg

Mordversuch in Mietwerkstatt: Hohe Strafen und Freispruch

Landgericht Stuttgart
Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal des Landgerichts Stuttgart. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach Schüssen in einer Waiblinger Mietwerkstatt ist ein Mann wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht in Stuttgart sah es am Montag als erwiesen an, dass der 28-Jährige an der Seite seines vier Jahre jüngeren Bruders einen Freund aus Vergeltung für eine Schlägerei verprügelt, angeschossen und auf diese Weise lebensgefährlich verletzt hat. Der 24-Jährige wurde vom Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Ein weiterer Bruder (27) soll im vergangenen Januar vor der Werkstatt im Rems-Murr-Kreis Schmiere gestanden haben, er erhielt eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten Haft. Ein ebenfalls angeklagter vierter Bruder (30) der irakischstämmigen Familie wurde freigesprochen. Das Quartett war wegen versuchten Mordes angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft hatte einen Streit um Schulden als Motiv vermutet. Dabei soll das spätere Opfer einen der Brüder knapp drei Wochen vor der Waiblinger Tat zusammengeschlagen haben. Der Angriff auf den Pächter einer Autowerkstatt sei die «Rache für die Geschehnisse» gewesen, hatte der Staatsanwalt gesagt.

In einer Stellungnahme hatte einer der Brüder die Schüsse hingegen als Notwehr dargestellt. Er habe im Januar vergangenen Jahres lediglich ein Auto in der Werkstatt abholen wollen, als es zum Streit mit dem Opfer gekommen sei.

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