Baden-Württemberg

Museum plant 2021 mit Thronsaal und Jugendstil-Göttinnen

Eckart Köhne
Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © Uli Deck

Karlsruhe (dpa/lsw) - Mit einer Neupräsentation des Thron-Ensembles, der Kron-Insignien und der Fürstengalerie sowie einer Schau über «Göttinnen des Jugendstils» will das Badische Landesmuseum in diesem Jahr Besucher locken. Sobald die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie eine Wiedereröffnung erlauben, sollen unter anderem der restaurierte vergoldete Thronsessel mit Thronhimmel, Krone, Zepter und Schwert sowie ein Modell der barocken Planstadt Karlsruhe an neuer Stelle - im Foyer des Karlsruher Schlosses - zu sehen sein. «Das ist sicher etwas, worauf sich viele Badener freuen», sagte Direktor Eckart Köhne. Rund zweieinhalb Jahre hätten die Arbeiten gedauert

Nach wie vor zu sehen sein sollen die Mitmachausstellung zum Räuber Hotzenplotz und die von den Volontärinnen und Volontären im Museum konzipierte Schau «HumANimal», die das Verhältnis von Mensch und Tier beleuchtet. Gerade die Hotzenplotz-Ausstellung war nach ihrer Eröffnung im Oktober nur wenige Tage zu sehen, bevor die Museen wegen des Corona-Lockdowns schließen mussten. Beide Projekte wurden nun um sechs Wochen bis zum Ende der Pfingstferien verlängert. Im Internet können Online-Tickets reserviert werden, sobald das Museum öffnet.

Die große alljährliche Sonderausstellung zum Jahresende soll sich dann Frauendarstellungen aus der Jugendstil-Epoche am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts widmen. Eine Zeit im Umbruch, wie Köhne betonte: «Frauen durften wählen und Ärztin werden.» Die Jugendstil-Künstler hätten sich aber ein eigenes Bild der Frau geschaffen, erklärte der Museumsdirektor: mal als Göttin, mal als märchenhafte Fee, mal als furchteinflößende Medusa.

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Allard Pierson Museum in Amsterdam und dem Braunschweigischen Landesmuseum sowie dank Leihgaben internationaler Jugendstil-Sammlungen entstanden. Sie werde aber nicht nur ein «Fest fürs Auge», sagte Köhne, sondern solle auch zum Nachdenken über die Rolle von Frauen anregen. «Das passt gut zur Gegenwart», so der Direktor. Angesichts des gesellschaftspolitischen Themas hoffe er, dass auch die eine oder andere Person komme, die sonst eher nicht an Kunst interessiert sei. Es soll zum Beispiel Möglichkeiten geben, dass Besucher Kommentare hinterlassen können.

Ursprünglich sollte die «Göttinnen»-Ausstellung wie üblich im Herbst eröffnen. Nun wurde der Start wegen Corona auf Dezember verschoben. Zum einen hätten die Vorbereitungen etwas gestockt, man brauche jetzt mehr Zeit, erläuterte Köhne. Zum anderen könne die Schau bei einem späteren Start bis Juni 2022 gezeigt werden.

Ferner wird das Museum weiter an der Digitalisierung arbeiten. So würden für eine Corona-Sammlung wohl vor allem digitale Angebote entwickelt, sagte Köhne. Unter anderem sollen aber auch weiter Roboter, Künstliche Intelligenz und Apps im Museum im Einsatz sein.

Coronabedingt sanken die Besucherzahlen für das Badische Landesmuseum mit seinen Außenstellen und Zweigmuseen von 2019 auf 2020 von 257 166 auf 116 843. Die Hoffnung sei, dass sich der Museumsbetrieb in diesem Jahr normalisiere. In drei bis vier Jahren dann soll die Sanierung des Schlosses beginnen. Die genauen Pläne dazu seien aber im Moment noch in der politischen Abstimmung, erklärte Köhne.

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