Baden-Württemberg

Mutmaßlicher Drogenring ausgehoben: 13 Tatverdächtige

Großeinsatz gegen Drogenszene im Rhein-Neckar-Kreis
Polizisten führen einen Mann zu einem Einsatzfahrzeug. Foto: Rene Priebe/pr-video/dpa © Rene Priebe

Mannheim/Heidelberg (dpa/lsw) - Schlag gegen die Rauschgiftszene: Bei Durchsuchungen im Rhein-Neckar-Kreis haben Fahnder unter anderem 276 Kilogramm Marihuana, etwa elf Kilogramm Haschisch und 1,6 Kilogramm Kokain sowie zwei scharfe Schusswaffen mit Munition aufgespürt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten, stehen zurzeit 13 Verdächtige im Fokus der Behörden. Neben einem «umfangreichen bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln» werden den Verdächtigen auch Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Nach deren Festnahme am Mittwoch kamen zunächst sechs mutmaßliche Dealer in Untersuchungshaft, gegen die anderen sieben Verdächtigen wurde am Donnerstag Haftbefehl erlassen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Gruppe soll nach Angaben der Behörden in wechselnden Besetzungen alleine in der Zeit zwischen Ende März bis Mitte Juni 2020 unter anderem über 800 Kilogramm Haschisch und Marihuana sowie über 40 Kilogramm Kokain gekauft und mit Gewinn verkauft haben.

Insgesamt 400 Beamte - darunter auch das Spezialeinsatzkommando Baden-Württemberg (SEK) - seien am Mittwoch im Einsatz gewesen, um gegen den mutmaßlichen Drogenring vorzugehen. Bei der Razzia wurden den Angaben zufolge 25 Objekte im Rhein-Neckar-Kreis durchsucht.

Viele der Tatverdächtigen nutzten zur Kommunikation spezielle «Krypto-Handys» mit einem verschlüsselten Messenger-Dienst. Dadurch sollte eine «abhörsichere» Kommunikation unter den Beteiligten gewährleistet sein, wie es hieß. Dennoch seien die Ermittler den Tatverdächtigen durch die Auswertung von Daten des Messenger-Dienstes auf die Spur gekommen.

Aus dem Innenministerium in Stuttgart kam Lob für die Polizei in Mannheim und die anderen beteiligten Behörden. «Das ist ein empfindlicher Schlag gegen die organisierte Rauschgiftkriminalität», wird Innenminister Thomas Strobl (CDU) in einer Mitteilung zitiert. Die entdeckten Drogen seien nur die Spitze des Eisberges. Die Auswertung der Kommunikation der Verdächtigen zeige, dass sie länger mit Drogen gehandelt haben und damit viel Geld eingenommen hätten.

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