Baden-Württemberg

Mutmaßlicher Steinewerfer vor Gericht

Justitia
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild © Hendrik Schmidt

Memmingen (dpa) - Im Prozess wegen versuchten Mordes gegen einen mutmaßlichen Steinewerfer hat der Angeklagte die Taten vor dem Landgericht Memmingen bestritten. «Ich würde so etwas nie tun», ließ der 42-Jährige nach Angaben seiner Verteidigerin Anja Mack am Dienstag durch die Anwältin erklären. Steine auf fahrende Autos zu werfen, empfinde er als «höchst verwerflich und völlig sinnlos». Er gehe davon aus, dass der wahre Täter bislang nicht gefasst sei.

Der Angeklagte muss sich seit Mitte September unter anderem wegen drei Fällen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 42-Jährigen vor, er habe bei drei Würfen von Brücken auf die Autobahn 96 im Raum Memmingen arglose Autofahrer heimtückisch töten wollen. Für den Indizienprozess sind mindestens fünf weitere Verhandlungstage geplant, das Urteil könnte Mitte Oktober fallen. Dem Angeklagten droht eine mehrjährige Haftstrafe. Auch die Höchststrafe, eine lebenslange Freiheitsstrafe, ist möglich.

Der 42-Jährige war auch wegen mehrerer Fälle von Diebstahl angeklagt worden. Am Dienstag räumte der Mann ein, er habe Briefe an eine Nachbarin mit Kreditkarten und PIN-Nummern an sich genommen: «Dies bereue ich.» Er habe wegen seiner Spielsucht Geld gebraucht.

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