Baden-Württemberg

Nach Angriff bei Corona-Demo weiterer Verdächtiger gefasst

Handschellen hängen am Gürtel eines Justizbeamten
Handschellen hängen am Gürtel eines Justizbeamten. Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild © Friso Gentsch

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach einem brutalen Angriff auf Teilnehmer einer Stuttgarter Corona-Demonstration ist ein weiterer mutmaßlicher Täter verhaftet worden. Der 25 Jahre alte Deutsche kam in Untersuchungshaft, wie die Polizei am Montag mitteilte. Er werde der linken Szene zugerechnet. Gegen den Mann habe bereits ein Haftbefehl wegen Verdachts des Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung vorgelegen. Nun sind zwei Verdächtige in Haft.

Anfang Juli hatten die Ermittler bei Razzien in sieben Städten Zimmer und Wohnungen von Anhängern der linken Szene durchsucht. Die Einsätze mit mehreren Hundert Polizisten standen nach Angaben des Innenministeriums in Zusammenhang mit dem Angriff auf drei Gegner der Corona-Auflagen. Das Trio war Mitte Mai auf dem Weg zu einer Kundgebung angegriffen worden, einer von ihnen war lebensgefährlich verletzt worden.

Ein politischer Hintergrund war nicht ausgeschlossen worden. Die Polizei war von einem gezielten Angriff ausgegangen und hatte die unbekannten Täter im linksextremen Spektrum vermutet. Das lebensgefährlich verletzte, 54 Jahre alte Opfer gehörte der rechtspopulistischen gewerkschaftsähnlichen Organisation «Zentrum Automobil» an.

Laut Innenminister Thomas Strobl (CDU) ist die gewaltorientierte linksextremistische Szene massiv militanter geworden. «Auch in besonderen Zeiten wie diesen ist auf unsere Polizei Verlass. Brutale Gewalt als Mittel politischer Auseinandersetzung verurteile ich scharf, Gewalt ist niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung. Das geht gar nicht. Und mit aller Härte und Konsequenz gehen wir erfolgreich dagegen vor.»