Baden-Württemberg

Nach Randalen in Stuttgart: Wird die Corona-Sperrstunde bald aufgehoben?

Geschlossen Schild Laden Lockdown Symbol symbolbild symbolfoto
Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Am ersten warmen Wochenende (29./30.05.) des Jahres ist es in fast allen Landkreisen Baden-Württembergs nachts zu zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Regeln gekommen. In vielen Städten, wie in Stuttgart, Schwäbisch Gmünd oder Tübingen kam es zu Ansammlungen von hunderten von Menschen, massivem Vandalismus, Körperverletzung und Auseinandersetzungen mit der Polizei.

In einer Pressemitteilung am Dienstag (01.06.) appellieren die Oberbürgermeister Frank Nopper und Richard Arnold (beide CDU), Boris Palmer (Grüne) und Matthias Klopfer (SPD) nun an die Landesregierung, bis zum kommenden langen Wochenende Vorkehrungen gegen eine Wiederholung des Nachtstresses für die Bewohner und Hauseigentümer der Innenstädte zu treffen. Die Polizei müsse in den Städten bei Nacht Präsenz zeigen. Die Corona-Sperrstunde für die Gastronomie solle in einem ersten Schritt auf 23 Uhr verschoben werden. Wo es notwendig sei, können lokale Alkoholkonsumverbote hinzukommen. So könnte man die Lage wieder unter Kontrolle bringen.

Die Regelung, wonach die Gastronomie um 21 Uhr, in wenigen Kreisen um 22 Uhr schließen muss, ist nach Auffassung der Oberbürgermeister kontraproduktiv: „Die Schließung der Gastronomie reduziert die soziale Kontrolle und fördert aggressive Zusammenballungen.“ Wirte erheben Daten und kontrollieren den Ausschank, so die Begründung für längere Öffnungszeiten.

Laut Pressemitteilung verlässt das ruhigere Publikum wegen der Schließzeit die Stadt schon um neun. Zurück blieben diejenigen, die den Alkohol selbst mitbringen und dabei offenbar die Kontrolle verlieren. Daher sollte die frühabendliche Corona-Sperrstunde des Landes bald entfallen und die Kommunen wieder selbst über die Schließzeiten der Gastronomie entscheiden können.

Ergänzend könne - wie im Rahmen des Tübinger Modells bereits praktiziert – der Ausschank und der Konsum von Alkohol im Stadtzentrum außerhalb der Außengastronomie auf öffentlichen Plätzen untersagt werden, heißt es in der Pressemitteilung.