Garmisch-Partenkirchen

Nach Zugunglück starten Hauptarbeiten an Bahnstrecke

Deutsche Bahn
Das Logo der Deutschen Bahn AG ist an einem Bahnhof zu sehen. © Moritz Frankenberg

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Knapp drei Monate nach dem schweren Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten sollen nun die Hauptarbeiten zur Instandsetzung der Bahnstrecke beginnen. Losgehen werde es im Laufe der kommenden Woche, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag in München. Der genaue Starttermin stehe noch nicht fest, wenngleich schon alles vorbereitet ist. So lagerten dort bereits Materialien wie Schienen, Schwellen oder Schotter.

Zum Schulbeginn Mitte September sollen an der Stelle des Unglücks wieder Züge fahren, allerdings nur rund drei Wochen lang. Danach werde es auf der Strecke Weilheim-Murnau-Garmisch voraussichtlich bis 14. November länger geplante umfangreiche Gleisbauarbeiten geben.

Bei dem Unglück in Garmisch-Partenkirchen waren vier Frauen sowie ein 13-Jähriger gestorben, viele Menschen wurden verletzt, einige schwer. Die Bahn begann einige Wochen später damit, bundesweit rund 200.000 Betonschwellen zu überprüfen und auszutauschen. Bei den Bauteilen handelt es sich laut Bahn um den gleichen Bautyp wie auf dem Streckenabschnitt des verunglückten Zugs.

Der Austausch von Betonschwellen wird noch bis mindestens Ende des Jahres den Zugverkehr an vielen Stellen ausbremsen. «Ziel ist es, dass nahezu alle betroffenen Strecken bis Ende des Jahres wieder regulär befahrbar sind», teilte der Konzern mit. Teilweise werde sich der Austausch aber auch bis ins kommende Jahr hinziehen. Aktuell gebe es an rund 165 Stellen im Schienennetz Einschränkungen für die Fahrgäste, vor allem in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

An den untersuchten Schwellen wurden nach Bahnangaben teilweise «Unregelmäßigkeiten in der Materialbeschaffenheit» festgestellt. Technische Gutachten deuteten auf einen Herstellerfehler hin. Rückschlüsse auf die Unfallursache in Oberbayern ließen sich aus den Erkenntnissen nicht ziehen, hieß es. Dazu liefen die Untersuchungen weiter, ein Ergebnis stehe noch nicht fest.

An wie vielen der untersuchten Schwellen nun Auffälligkeiten entdeckt wurden, blieb zunächst unklar. Die Bahn schätzt den entstandenen Schaden auf einen dreistelligen Millionenbetrag und prüft eigenen Angaben zufolge Regressansprüche gegen den Schwellenhersteller.