Baden-Württemberg

Nachhilfe auf Staatskosten: Lernbrücken beginnen

Ein Schüler rechnet eine Matheaufgabe
Ein Schüler rechnet eine Matheaufgabe. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa-tmn/Symbolbild © Hendrik Schmidt

Stuttgart (dpa/lsw) - Tausende Schüler haben im Südwesten schon zwei Wochen vor dem Schulstart mit dem Büffeln begonnen. Schwächere Kinder und Jugendliche sollen seit Montag bei sogenannten Lernbrücken vor allem Wissenslücken aus der Corona-Schließzeit schließen. Unter anderem richtet sich das Angebot an Schüler, die während des coronabedingten Ausfalls Probleme mit dem Unterricht zu Hause hatten, und an diejenigen, die fast sitzengeblieben wären. Landesweit nehmen nach offiziellen Angaben etwa 61 500 Schüler und 6550 Lehrer daran teil.

An der Grundschule in Hemmingen (Kreis Ludwigsburg) begrüßte Schulleiterin Konstanze Aßmann zum Wochenstart 40 von 290 Grundschülern. «Einige Kinder waren noch etwas müde, aber die meisten haben sich auf ihre Freunde gefreut», sagte sie. Die Schüler sollen täglich zwischen 8.30 und 12.00 Uhr gut zwei Drittel des Vormittags selbstständig arbeiten. Zu einem Drittel werden die Kinder gemeinsam unterrichtet. Maximal 16 Schüler sollen in einer Gruppe sein.

Gegen die Idee, Schüler in den Sommerferien zu fördern, spricht aus Sicht des Landesverbands der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nichts. Doch die Konzentration auf die Fächer Deutsch und Mathematik reiche nicht aus. Schüler, die bereits in der Vergangenheit nicht erreicht wurden, hätten zudem in den Sommerferien kaum Interesse, zu büffeln.

Auch die FDP kritisierte, dass keine Hilfe in Englisch oder in den Naturwissenschaften angeboten werde. Außerdem sollten Schulen bei Lernbrücken Personal selbst rekrutieren und beispielsweise auch Absolventen des Ersten Lehramts-Staatsexamens einsetzen dürfen, sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Timm Kern.