Baden-Württemberg

Neckar und Grundwasser sind stabil

Die Sonne scheint auf die Weinberge und den Neckar
Die Sonne scheint auf die Weinberge und den Neckar nahe den Stuttgarter Stadtteilen Münster und Hofen. Foto: Christoph Schmidt/dpa © Christoph Schmidt

Karlsruhe (dpa/lsw) - Die starken Unwetter in den vergangenen Wochen haben Schäden verursacht - aber wenigstens die Grundwasserwerte sind zurzeit nicht besorgniserregend. Und auch die Fische im Neckar können zumindest im übertragenen Sinn aufatmen, wie aus den jüngsten Erkenntnissen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hervorgeht.

So haben die überdurchschnittlichen Niederschläge im Juni weitere Rückgänge bei der Grundwasserversorgung im Südwesten verhindert. Allerdings sind die Bestände auch nicht gestiegen und es haben sich keine neuen gebildet, wie aus dem aktuellen Report der LUBW in Karlsruhe hervorgeht. Anfang Juli überwiegen demnach mittlere Grundwasserverhältnisse.

«Aufgrund der aktuellen Randbedingungen ist mit mäßigen Rückgängen der Grundwasservorräte zu rechnen», heißt es. Großräumige Engpässe in der Wasserversorgung seien im Moment auszuschließen.

Die Fachleute haben festgestellt, dass sich die Bestände im Juni stabilisierten. Das sei in dieser Jahreszeit seit mehreren Jahren nicht mehr zu beobachten gewesen, heißt es in dem Bericht. Im Vergleich zum Juni 2020 überwogen sogar etwas höhere Grundwasserverhältnisse.

Hingegen waren die Grundwasservorräte den Daten zufolge an Messstellen in Ettlingen (Landkreis Karlsruhe), Engelsbrand (Enzkreis), Weidenstetten (Alb-Donau-Kreis), Gemmingen (Landkreis Heilbronn) und Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) unterdurchschnittlich mit rückläufiger Tendenz.

Die Bodenfeuchte werde voraussichtlich weiter abnehmen, erklärten die Experten und Expertinnen. Die Pflanzen bräuchten viel Wasser. Selbst bei feuchter Witterung bilde sich daher kein Grundwasser neu.

Indes geht es dem Neckar wieder gut. Nach den starken Niederschlägen und der Hitze im Juni hat sich der Fluss laut LUBW erstaunlich rasch erholt. An zwei Tagen im vergangenen Monat war der Sauerstoffgehalt im Wasser bei Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) verhältnismäßig niedrig. An einem Tag wurde dem Wasser zusätzlich Sauerstoff zugeführt. In der Vergangenheit waren bei ähnlichen Wetterlagen die Sauerstoffwerte im Fluss stärker und länger gesunken.

Sauerstoffmangel im Wasser kann für Fische und Muscheln gefährlich werden. Dazu kann im Sommer ein Zusammenspiel von Hitze, Trockenheit, Starkregen, Phosphat und Algenwachstum führen. Der Neckar ist anfälliger als andere Flüsse in Baden-Württemberg.

Der Phosphateintrag in den Neckar hat sich in den vergangenen Jahren der LUBW zufolge halbiert. Phosphat begünstigt das Algenwachstum, die Pflanzen wiederum zehren Sauerstoff. Problematisch kann auch ein sogenannter Spülstoß werden. Spülstöße entstehen, wenn es nach Trockenperioden stark regnet. Dabei gelangt mit Regenwasser vermischtes Abwasser in den Fluss und damit viel organisches Material. Bakterien bauen dieses ab, was wiederum viel Sauerstoff verbraucht. «Wir rechnen damit, dass diese Ereignis in Zukunft in Zusammenhang mit dem voranschreitenden Klimawandel häufiger auftreten wird», sagte Uwe Bergdolt, Leiter des Referats Gewässerökologie.

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