Baden-Württemberg

Nicht alle Gesundheitsämter nutzen spezielle Corona-Software

"Sormas"
Ein Amtsarzt erklärt eine neue Software. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa © Britta Pedersen

Heilbronn (dpa/lsw) - In Baden-Württemberg nutzen nach Informationen der «Heilbronner Stimme» und des «Mannheimer Morgen» (Donnerstag) nur rund 60 Prozent der Gesundheitsämter die Software Sormas, mit der Corona-Kontakte besser nachverfolgt werden sollen. Bis Ende Februar sollten eigentlich alle Gesundheitsämter in Deutschland die Software verwenden. So lautete der Beschluss der Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten vom 19. Januar.

Ein Sprecher des Sozialministeriums erklärte dem Bericht zufolge, dass die Software aktuell in lediglich 23 der 38 baden-württembergischen Gesundheitsämter betriebsbereit sei.
Der Chef des Stuttgarter Staatsministeriums, Florian Stegmann, erhöhte in einem Schreiben den Druck auf Landkreistagspräsident Joachim Walter. In dem Brief, der den Zeitungen vorliegt, führte Stegmann explizit alle 15 Landratsämter im Südwesten auf, deren Gesundheitsämter Sormas noch nicht verwenden. Stegmann erklärte in dem Schreiben, er sei sehr beunruhigt. Daher fordere er Walter dazu auf, das Gespräch mit den 15 Landräten zu suchen. Stegmann verwies zudem darauf, dass der Corona-Lenkungskreis des Landes in seiner Sitzung am 26. Januar einstimmig der Anwendung von Sormas zugestimmt habe.

Alexis von Komorowski, Hauptgeschäftsführer des Südwest-Landkreistags, will die Kritik so nicht stehen lassen. «Bis Ende dieses Monat werden alle Gesundheitsämter in Baden-Württemberg Sormas installiert haben», versprach er. Ämter, die Sormas noch nicht installiert hätten, würden noch warten, bis der Bund «funktionssichere Schnittstellen zwischen Sormas und den vorhandenen Meldesoftwaren bereitstellt», so von Komorowski. Durch den Einsatz der Sormas-Software soll die Kontaktnachverfolgung digitaler werden. Weiter sollen die Informationen zwischen den Ämtern bundesweit ausgetauscht und die Quarantäne besser kontrolliert werden. Ein besserer regionaler Überblick über das bundesweite Ausbruchsgeschehen soll zudem auch Lockerungen erleichtern.

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