Baden-Württemberg

Notärtzin Federle: Schnelltest-Plan ist nicht ausreichend

Lisa Federle
Lisa Federle, Notärztin aus Tübingen. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Tübingen (dpa/lsw) - Die Tübinger Notärztin Lisa Federle hat den Plan von Sozialminister Manne Lucha (Grüne), Schnelltests bei Lehrern, Erziehern und Kindern nur bei Symptomen anzuwenden, als nicht umfassend bezeichnet. «Menschen mit Symptomen gehören zum Arzt. Schnelltests sind dazu gedacht, um mit Corona infizierte Menschen ohne Symptome herauszufischen, damit sie andere nicht anstecken», sagte Federle am Mittwoch in Tübingen. Die ganze Zeit werde davor gewarnt, dass viele Menschen auch symptomlos ansteckend seien. «Hier müssen wir ran. Ich erwarte, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein Machtwort spricht», erklärte Federle.

Federle hatte in der zweiten Corona-Welle mit Hilfe von Spendengeldern Corona-Schnelltests gekauft und bietet seitdem in der Tübinger Innenstadt kostenlose Schnelltests für jedermann an. Die Aktion wurde vom baden-württembergischen Sozialministerium in der Vorweihnachtszeit auf weitere Städte ausgedehnt. Das Projekt findet Federle zufolge bundesweit Nachahmer, beispielsweise in Reutlingen, Pfaffenhofen oder Groß-Gerau.

Lehrer, Erzieher und Kinder an Schulen und Kitas sollen Minister Lucha zufolge bei Symptomen eine Selbsttestung zu Hause vornehmen. Bei positivem Testergebnis sollten sie der jeweiligen Einrichtung fernbleiben, sagte der Grünen-Politiker. Dadurch könnte die geplante Öffnung von Grundschulen und Kindertagesstätten nach dem Faschingsferien mit einer erweiterten Teststrategie begleitet werden.

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