Baden-Württemberg

O wie größtes deutsches Opernhaus: Festspielhaus Baden-Baden

Festspielhaus Baden-Baden
Blick auf das Festspielhaus Baden-Baden. Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild © Uli Deck

Baden-Baden (dpa/lsw) - Aus Skepsis wurde Stolz: Vor 22 Jahren wurde das Festspielhaus Baden-Baden eröffnet. Es ist mit 2500 Plätzen das größte deutsche Opernhaus - noch vor der Hamburger Elbphilharmonie (2100 Plätze). Der Baden-Badener Musentempel gehört auch europaweit zu den größten Spielstätten klassischer Musik und punktet mit Opern und Konzerten auf höchstem Niveau. Internationale Musikgrößen wie Violinistin Anne-Sophie Mutter und Dirigent Waleri Gergijew halten ihm die Treue; ebenso Pop- und Rockstars beim SWR3 New Pop Festival.

«Das Festspielhaus ist der kulturelle Leuchtturm für Stadt und Region», sagt Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU). Dabei stand es kurz nach der Eröffnung vor dem Aus. Erst eine Rettungsaktion von Stadt und Land unter Regie des früheren Intendanten Andreas Mölich-Zebhauser brachte es in ruhiges Fahrwasser. Inzwischen gilt das einstige Sorgenkind als Glücksfall: Es ist ein Besuchermagnet.

So wurden in der Saison 2018/2019 bei 142 Veranstaltungen 175 000 Besucher gezählt. Viele übernachten. Auch anreisende Künstler. Sie gehen shoppen, ins Thermalbad, ins Museum oder in die Spielbank. Die Universität St. Gallen errechnete durch das Festspielhaus eine zusätzliche jährliche Kaufkraft von über 50 Millionen Euro.

Seit Juli gehört die Immobilie der Kurstadt. Der Betrieb finanziert sich - europaweit einmalig für ein Haus dieser Art - nur aus Spenden, Sponsoring und Kartenerlösen. Für Ausfälle wegen Schließung in der Corona-Krise greift das Land dem Haus nun aber mit einer Strukturhilfe in Höhe von vier Millionen Euro unter die Arme. Intendant Benedikt Stampa bereitet sich vorsichtig auf die Wiedereröffnung im Herbst vor.