Baden-Württemberg

Oberbürgermeister: Handel braucht «Rettung jetzt»

Boris Palmer (Grüne) nimmt an einer Sitzung teil
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) nimmt an einer Sitzung teil. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Schwäbisch Gmünd/Tübingen (dpa/lsw) - Die Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Tübingen und Schorndorf fordern eine kontrollierte Öffnung der Innenstädte noch im Februar, um ihrer Aussage nach den Handel zu retten. «Sonst erleiden unsere Städte einen irreparablen Schaden an Substanz und Seele», erklärten Richard Arnold (CDU), Boris Palmer (Grüne) und Matthias Klopfer (SPD) am Dienstag in einer gemeinsamen Mitteilung.

«Nach zehn Wochen im Lockdown wachsen die Schäden an der Verfassung des Gemeinwesens unserer Städte und am Innenstadthandel exponentiell. Die Innenstädte sind nicht einfach nur Handelsplätze, sie sind seit Jahrhunderten der Ort, an dem Bürgerstolz und Bürgersinn entstehen», heißt es in ihrem emotionalen Appell an die Regierungen von Bund und Land. «Der Handel in den Städten ist schon auf der Intensivstation. Er braucht eine Rettung jetzt.» Kaufkraft wandere ins Internet ab.

Die drei Stadtoberhäupter sind sich sicher, dass funktionierende Hygienekonzepte mit FFP2- oder OP-Masken, strikte Vorgaben für die Zahl zugelassener Personen in einem Geschäft und Terminvereinbarungen eine schrittweise und pandemiekonforme Öffnung möglich machten. Konkret schlagen sie zum Beispiel vor, Friseure könnten zunächst immer nur einen Kunden pro Raum bedienen. Größere Kaufhäuser oder Baumärkte könnten den Einlass an einen negativen Schnelltest koppeln. Und Menschen älter als 65 Jahre sollten ein reserviertes Zeitfenster zum Einkaufen bekommen, um ihr Risiko von Infektionen zu senken.

An diesem Mittwoch wollen Bund und Länder darüber beraten, ob der Lockdown nach dem Ende dieser Woche fortgesetzt wird oder in welcher Form Lockerungen ermöglicht werden können.

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