Baden-Württemberg

Oettinger fordert von Südwest-CDU mehr Attacke im Wahlkampf

Günther Oettinger
Günther Oettinger (CDU), ehemaliger EU-Kommissar und ehemaliger Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa) - Der frühere EU-Kommissar Günther Oettinger hat seine Partei zu mehr Angriffslust im baden-württembergischen Wahlkampf aufgerufen. «Wahlkampf ist keine Schlafwagenveranstaltung - zumindest dann wenn man kämpfen muss, Wahlkreise erringen will, auf die Überholspur will und von Platz zwei auf Platz eins kommen will», sagte Oettinger, der auch Ministerpräsident im Südwesten war, bei einer Veranstaltung des CDU-Kreisverbands Pforzheim zum politischen Aschermittwoch. Da die CDU nach Umfragen eine Chance habe, aber nicht vorne liege, müsse sie attackieren und offensiv werden. Einen Monat vor der Landtagswahl im Südwesten liegen die Grünen in Umfragen vor ihrem derzeitigen Koalitionspartner CDU.

«Die CDU darf den Schlafwagenkurs der Grünen nicht mitmachen», warnte Oettinger. Die Grünen hätten von Angela Merkel und Ronald Pofalla (beide CDU) die Strategie der asymmetrischen Demobilisierung übernommen - «also kein Wahlkampf, vor sich hinregieren, nicht zu viel machen, die Menschen einlullen». Der Wahlkampf sei aber keine Schlafwagenveranstaltung. Er wünsche sich, dass die CDU bei der Landtagswahl am 14. März ein paar Wahlkreise zurückhole.

Oettinger weckte Zweifel daran, dass der amtierende Ministerpräsident und Grünen-Spitzenkandidat Winfried Kretschmann die ganzen fünf Jahre der Legislaturperiode durchhalte. Es gehe bei der Landtagswahl um die Frage, wer das Land 2025 regieren werde. «Dies wird Winfried Kretschmann nicht mehr tun», sagte Oettinger. «Er ist müde geworden, das Amt ist eine Bürde für ihn geworden.» Der Wähler wisse nicht, wen er als Regierungschef für fünf Jahre bekomme, wenn er Kretschmann wähle. Das müsse die CDU verdeutlichen - in aller Sachlichkeit und «mit Respekt vor dem, was er durch die Krankheit seiner Frau in diesen Tagen mitmachen muss».

Kretschmann zieht sich wegen einer Brustkrebserkrankung seiner Frau teilweise aus dem laufenden Wahlkampf für die Landtagswahl zurück.

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