Baden-Württemberg

Opferbeauftragter legt Handlungskonzept für Terrorfall vor

Alexander Schwarz
Alexander Schwarz, Opferbeauftragte der Landesregierung. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild © Bernd Weißbrod

Karlsruhe (dpa/lsw) - Der Opferbeauftragte der Landesregierung, Alexander Schwarz, hat ein Handlungskonzept für Großereignisse wie einen Terrorfall und oder einen Amoklauf vorgelegt. Es soll ein reibungsloses Ineinandergreifen der verschiedenen Stellen und Akteure im Worst Case gewährleisten. «Wir alle hoffen, dass der Ereignisfall nicht eintritt», sagte Justizministerin Marion Gentges (CDU) am Mittwoch. Auf Grundlage des Konzeptes könne aber Betroffenen schnell geholfen werden. Die Ministerin hat das Konzept am Vortag dem Kabinett vorgestellt. Damit wurde ein Beschluss des Ministerrates zur Verbesserung des Opferschutzes in Baden-Württemberg umgesetzt.

Der Entwurf greife im Ernstfall auf Ressourcen im professionellen und ehrenamtlichen Sektor gleichermaßen zurück. Das breitgefächerte ehrenamtliche Engagement im Bereich der Opferhilfe, das so viele Freiwillige mit Herzblut und persönlichem Einsatz erbringen, werde einbezogen. Es würden keine konkurrierenden Parallelstrukturen geschaffen, betonte Gentges.

Schwarz zufolge sind in das Handlungskonzept die Erfahrungen Vieler eingeflossen. Es müsse stets weiterentwickelt werden und sei ein wichtiger Schritt, um fünf Jahre nach dem verheerenden Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz deutlich zu machen: «Diejenigen, die von solchen Straftaten betroffen sind, werden wahrgenommen und sind nicht allein. Mit einem koordinierten und entschlossenen Engagement werden wir dem Hass der Täter und dem Leid der Opfer die Menschlichkeit und die Solidarität unserer Gesellschaft entgegenstellen.»

Die Geschäftsstelle des Opferbeauftragten wurde im Sommer 2020 eingerichtet. Seit Juli dieses Jahres ist der langjährige Leitende Oberstaatsanwalt Schwarz Opferbeauftragter der Landesregierung.

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