Baden-Württemberg

«Poserjäger» sehen vermehrt Autos aus Nachbarbundesländern

Eine Polizisten hält eine rote Winkerkelle in die Höhe
Eine Polizistin hält während einer Polizeikontrolle eine rote Winkerkelle in die Höhe. Foto: Sebastian Willnow/zb/dpa/Symbolbild © Sebastian Willnow

Mannheim/Ludwigshafen/Lampertheim (dpa/lrs) - Im Kampf gegen sogenannte Autoposer haben Kontrolleure im nordbadischen Mannheim eine steigende Zahl von Fahrern aus den benachbarten Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen festgestellt. «Wir haben Fahrer sowohl aus der Metropolregion Rhein-Neckar von Alzey über Germersheim, Heilbronn, den Rhein-Neckar-Kreis bis ins Hessische Ried», teilte das Polizeipräsidium Mannheim mit. Auch Autokennzeichen aus Ludwigshafen und dem Rhein-Main-Gebiet seien oft zu sehen. Hingegen sei die Zahl einheimischer Fahrer zuletzt deutlich gesunken.

«Was tatsächlich augenscheinlich ist, sind die vielen auswärtigen Fahrzeuge, die abends in die Innenstadt einfahren und zu späterer Stunde selbstverständlich auch wieder ausfahren», sagte ein Sprecher der Polizei. Mannheim sei mit Blick auf die Verkehrswege entlang der Straßencafés in der Innenstadt «ein idealer Ort, um sein Fahrzeug öffentlichkeitswirksam vorzustellen». Hier greifen die Ermittler auch die meisten unzulässig veränderten und zu lauten Fahrzeuge auf.

Auch wegen der Zunahme von Autos aus Rheinland-Pfalz und Hessen pflege die Polizei in Mannheim einen engen Kontakt mit Behörden in den Nachbarbundesländern, sagte der Sprecher. «Die Zusammenarbeit mit dem Polizeipräsidium Rheinpfalz in Ludwigshafen ist aufgrund der Nähe intensiv, und es findet ein fortwährender Erfahrungsaustausch statt.»

Poser gelten als Phänomen in Mannheim. Mit dem Begriff bezeichnen die Behörden Autofahrer, die mit aufheulenden Motoren an belebten Plätzen vorbeirollen, um mit ihren oft manipulierten Wagen zu posieren. In Mannheim wurde 2016 dazu eigens eine Polizei-Ermittlungsgruppe gegründet. Allein 2018 und 2019 wurden in der Stadt insgesamt mehr als 100 Fahrzeuge wegen Manipulationen aus dem Verkehr gezogen.

Auch in Rheinland-Pfalz spielt das Thema in der Ausbildung für Polizisten eine Rolle, wie die Behörden mitgeteilt hatten. So entwickelte etwa die Polizei in Trier 2020 ein neues Einsatzkonzept.