Baden-Württemberg

Prozess gegen Autoknacker: Funksysteme überlistet

Landgericht Heilbronn
Ein Schild mit der Aufschrift «Landgericht» unter dem kleinen Landeswappen von Baden-Württemberg, steht vor dem Landgericht Heilbronn. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild © Sebastian Gollnow

Heilbronn (dpa/lsw) - Wegen Fahrzeugdiebstählen im Wert von mehr als einer Million Euro müssen sich zwei mutmaßliche Mitglieder einer Autoknackerbande vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Prozessbeginn ist am kommenden Mittwoch (16.12.). Nach Angaben des Gerichts sollen die beiden Männer Diebstähle von 24 Autos mit Funk-Öffnungssystemen (Keyless-Go) organisiert haben.

Mit Keyless-Go können Fahrzeugbesitzer ihr Auto öffnen und starten, ohne den Schlüssel aus der Hosen- oder Handtasche nehmen zu müssen. Über Funkwellen erkennt ein Modul im Auto, wenn sich der Schlüssel nähert. Diebe täuschen mit Funkverstärkern das Signal vor und können so die Wagen öffnen - also geräuschloses Auto-Knacken.

Die beiden Angeklagten sollen Komplizen aus Polen zu den Tatorten in Deutschland geschickt und mit Funkstreckenverlängerern ausgestattet haben. So konnten diese die Autos stehlen und nach Polen fahren.

Zwischen März und November 2019 soll die Bande auf diese Weise die Autos der Marken Mercedes und Audi vorwiegend im Kreis Heilbronn, aber auch in Hessen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz erbeutet haben. Außerdem sollen die zwei Angeklagten drei versuchte Fahrzeugdiebstähle zu verantworten haben.

Die beiden Männer sitzen seit Sommer in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen schweren Bandendiebstahl vor. Angesetzt sind zunächst acht weitere Verhandlungstermine bis zum 18. März.