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Quote der Firmenpleiten im Südwesten sinkt gegen Bundestrend

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Ein Mann füllt einen Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens aus. © Jonas Walzberg

Stuttgart (dpa/lsw) - Gegen den bundesweiten Trend ist die Zahl der Firmenpleiten in Baden-Württemberg in diesem Jahr gesunken. Die Insolvenzquote, also die Zahl der Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, ging binnen Jahresfrist von 37 auf 36 zurück, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform errechnete.

Den am Dienstag veröffentlichten Zahlen zufolge gehört der Südwesten zu den Bundesländern mit den niedrigsten Insolvenzquoten. Lediglich Bayern (35 Fälle je 10.000 Unternehmen) verzeichnete geringere Zahlen. Thüringen lag mit 36 Fällen gleichauf. Beide Länder mussten im Vergleich zu 2021 einen leichten Anstieg hinnehmen. Neben Baden-Württemberg verzeichneten nur das Saarland, Bremen und Nordrhein-Westfalen sinkende Quoten.

Bundesweit zeichnet sich für dieses Jahr erstmals seit der Wirtschaftskrise 2009 wieder ein Anstieg der Zahl der Firmenpleiten ab. Rund 14.700 Unternehmen werden nach Schätzung von Creditreform bis zum Jahresende den Gang zum Insolvenzgericht angetreten haben. Das wären etwa vier Prozent mehr als 2021. Steigende Energiekosten und die allgemeine Teuerung belasten Unternehmen wie Verbraucher. Wie viele andere Experten rechnet Creditreform mit einem weiteren Anstieg im kommenden Jahr.

In dem stark von der Pandemie geprägten Jahr 2021 hatte es nach amtlichen Angaben mit 13.993 Fällen so wenige Firmenpleiten wie nie seit Einführung der aktuellen Insolvenzordnung 1999 gegeben. Um eine Pleitewelle infolge der Pandemie abzuwenden, hatte der Staat Ausnahmeregelungen ermöglicht.