Baden-Württemberg

Reinhart: Corona-Krise hat CDU mehr Profil gegeben

Wolfgang Reinhart (CDU)
Wolfgang Reinhart (CDU), Vorsitzender der CDU-Fraktion von Baden-Württemberg, spricht. Foto: Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild © Bernd Weissbrod

Stuttgart (dpa/lsw) - Die Corona-Krise hat der CDU aus Sicht ihres baden-württembergischen Fraktionschefs Wolfgang Reinhart wieder zu mehr Profil verholfen. «Die Krise hat bei der CDU das Verlangen gestärkt, Impulsgeber sein zu wollen. Und das wird jetzt auch honoriert, wenn wir sehen, wie die Menschen uns gerade in schwierigen Zeiten vertrauen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf steigende Umfragewerte der Union in Bund und Ländern. Jede Krise sei auch eine Chance, sagte Reinhart. Die Corona-Krise zwinge die CDU dazu, sich wieder klarer zu positionieren.

Reinhart hatte die inhaltliche Ausrichtung der Bundes-CDU im vergangenen November - wenige Tage vor dem Bundesparteitag in Leipzig - noch scharf kritisiert. Dafür hatte er sich intern nicht nur Freunde gemacht. Die Partei habe weder Entwürfe für die Gesellschaft noch für sich selbst, hatte Reinhart angemerkt und hinzugefügt: «Die CDU ist inhaltlich insolvent.» Man müsse wieder mehr über Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit sprechen.

Er habe mit seinen Aussagen aufrütteln wollen und sei froh, dass der Erneuerungsprozess nun in vollem Gange sei, sagte Reinhart. Nun werde wieder mehr über Wirtschaft und Wettbewerb gesprochen - wenn auch aufgrund von Umständen, die man sich nicht gewünscht hätte. «Die CDU kann Krise», sagte er.

Die Union hat vor allem im Bund vom Krisenmanagement der Bundesregierung in der Corona-Krise profitiert. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden sich nach dem aktuellen ARD-«Deutschlandtrend» 38 Prozent der Befragten für CDU und CSU entscheiden. Das gibt auch den Christdemokraten im Südwesten vor der Landtagswahl im Frühjahr 2021 Schub. Mitte Mai hatte die Südwest-CDU im sogenannten BW-Trend mit 30 Prozent den besten Wert seit Februar 2016 erreicht.