Baden-Württemberg

Revision: Verfahren um Fackelwurf auf Roma-Familien

Landgericht Ulm
Ein Schild weist auf das Landgericht hin. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archiv © Stefan Puchner

Ulm (dpa/lsw) - Im Verfahren gegen fünf Männer nach einem Fackelwurf auf Roma-Familien in Erbach (Alb-Donau-Kreis) hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Ulm mit. Vier der fünf Angeklagten waren zu Jugendstrafen zwischen zehn Monaten und einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Zudem hatte das Gericht den Besuch einer KZ-Gedenkstätte angeordnet. Die Jugendstrafe eines fünften Angeklagten wurde für eine Bewährungszeit von eineinhalb Jahren ausgesetzt.

Das Gericht sah als erwiesen an, dass die zur Tatzeit zwischen 17 und 19 Jahre alten Deutschen im Mai 2019 aus rassistischen Gründen eine Fackel auf eine Wiese in Erbach geworfen haben, um die dort campenden Roma-Familien zu vertreiben. Dies wertete das Gericht als gemeinschaftliche Nötigung in 45 Fällen. Ein Wohnwagen, in dem eine schlafende Frau mit ihrem neun Monate alten Sohn lag, wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft nur knapp verfehlt. Die «Südwest Presse» hatte zuerst über die Revision berichtet.