Ludwigsburg

Rinder, Schweine und Hühner trotz vieler Kontrollen verendet

Blaulicht
Das Blaulicht eines Polizeifahrzeuges leuchtet. © Christoph Soeder

Erligheim (dpa/lsw) - Nach dem Fund von 17 verendeten Schweinen, Rindern und Hühnern auf einem Bauernhof prüfen Landratsamt und Polizei weitere Schritte gegen einen Tierhalter aus Erligheim (Kreis Ludwigsburg). Nach Angaben der kommunalen Behörde sind die Tiere sehr wahrscheinlich verhungert. Es werde ein mutmaßlicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz untersucht.

Nach Angaben des Landratsamtes war das Veterinäramt von der Polizei alarmiert worden. «Bei der Kontrolle bestätigte sich der Verdacht, dass alle Tiere bis auf ein Schwein aufgrund mangelnder Versorgung verendet sind», teilte das Amt weiter mit. Sie hätten zu wenig zu trinken und zu wenig Futter gehabt.

Der Tierhalter ist den Behörden bereits seit längerem bekannt. «Unsere Veterinäre waren auf dem Hof sehr präsent», sagte der Sprecher des Landratsamtes. Allein im vergangenen Jahr sei acht Mal kontrolliert worden, zuletzt im September. In den kommenden Tagen wären die Prüfer nach seinen Angaben erneut zum Hof gefahren. «Es gab nur kleinere Beanstandungen und absolut nichts, was in irgendeiner Weise auf das hingedeutet hätte, was nun passiert ist.»

Vielmehr habe sich der Tierhalter «nach dem gewonnenen Eindruck in einem persönlichen Ausnahmezustand» befunden, hieß es. «So etwas kann man dann auch nicht durch weitere Kontrollen verhindern», sagte der Sprecher. Tiere darf der Erligheimer nach einer Entscheidung des Veterinäramts zunächst nicht mehr halten.

Dennoch bemängelt die SPD-Fraktion im Landtag lasche Kontrollen. «Das Kontrollnetz bei den Tierhaltern ist so grob und löchrig, dass man wohl eher von ein paar Fäden reden könnte», sagte der tierschutzpolitische Sprecher der SPD, Jonas Weber, am Dienstag. Schweinemastbetriebe würden in Baden-Württemberg im Durchschnitt nur alle 11,5 Jahre kontrolliert, Masthuhn-Betriebe alle 29,4 Jahre. «Dabei sind Kontrollen wichtig, um Missstände schneller zu bemerken und zu beseitigen», sagte er.