Baden-Württemberg

RKI: Fast 27.500 Menschen im Südwesten gegen Corona geimpft

Impfung
Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa © Karl-Josef Hildenbrand

Stuttgart (dpa/lsw) - Seit dem Start der Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland sind in Baden-Württemberg fast 27 500 Menschen geimpft worden (Stand: Montag 12.00 Uhr). Das Sozialministerium äußerte sich zufrieden mit dem Verlauf der ersten Woche. Die Rückmeldungen der Impfzentren seien durchweg positiv, teilte eine Sprecherin des Sozialministeriums mit.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden im Südwesten bislang 2,5 Impfungen pro 1000 Einwohner erfasst. Die meisten Impfungen pro 1000 Einwohner wurden vom RKI bisher für Mecklenburg-Vorpommern (7,1) gezählt. Die Quote in Thüringen lag bei 0,4 und in Sachsen bei 1,2. Erfasst werden derzeit Impfungen mit der ersten Impfdosis. Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen.

Je nach Impfstoffverfügbarkeit sei das Land in der Lage, auch deutlich mehr Menschen zu impfen, hieß es mit Blick auf die kommenden Wochen und Monate. Das Sozialministerium tausche sich mindestens einmal wöchentlich mit den Zentren aus und stimme sich auch eng mit den anderen Beteiligten ab.

Medienberichten zufolge war die auch als Impf-Hotline genutzte Nummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in den vergangenen Tagen teilweise nur schwer erreichbar. Davon seien vor allem Berlin, Bayern und Baden-Württemberg betroffen gewesen. Nach Angaben des Sozialministeriums gab es im Südwesten jedoch nur kurzzeitige technische Störungen im Raum Reutlingen. Diese seien aber schnell behoben gewesen. «Ansonsten war die Hotline am Wochenende nicht überlastet - das geht klar aus den Aufzeichnungen hervor. Es bestandenen mittlere Annahmezeiten von unter einer Minute», teilte die Sprecherin mit.

Indes haben die Wirtschaftsverbände kritisiert, das Impfen in der Corona-Pandemie schreite zu langsam voran. Sie fordern deshalb eine Strategie für mehr Tempo. «Unnötig lange Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft, nur weil das Impfkonzept der Bundesregierung und der Länder zu scheitern droht, wären nicht hinnehmbar», sagte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Landesverbands der Industrie, Wolfgang Wolf, am Montag.

«Wir starten in ein weiteres Jahr völliger Ungewissheit», sagte er. Eltern wüssten nicht, ob ihre Kinder in den kommenden Wochen durchgängig betreut würden, Ladenbesitzer nicht, wann sie wieder öffnen dürften, Betriebe nicht, wie lange ihre Produkte noch Abnehmer fänden. Der Arbeitgeberverband verwies auf andere Länder, in denen das Impfen trotz vergleichbarer Standards deutlich schneller gehe, allen voran Israel. Es sei unangemessen, Kritik am hiesigen Beschaffungskonzept als «Impfnationalismus» abzutun, und fahrlässig, ausgerechnet bei diesem Thema zu sparen. Gegebenenfalls müssten auch Notfallzulassungen anderer Impfstoffe geprüft werden.