Baden-Württemberg

SAP-Chef Klein verdient lange nicht so viel wie Vorgänger

SAP-Chef Christian Klein
SAP-Chef Christian Klein spricht bei einer Bilanzpressekonferenz des Softwarekonzerns SAP. Foto: Uwe Anspach/dpa-pool/dpa/Archivbild © Uwe Anspach

Walldorf (dpa) - SAP-Chef Christian Klein kommt beim Gehalt noch lange nicht an seinen Vorgänger Bill McDermott heran. Der Vorstandsvorsitzende von Europas größtem Softwarekonzern sicherte sich in seinem ersten kompletten Jahr an der Spitze hochgerechnet Vergütungsansprüche in Höhe von rund 7,3 Millionen Euro, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht.

Die Zahl beinhaltet fixe Gehaltsbestandteile für 2020 in Höhe von 2,2 Millionen Euro plus variable langfristige Vergütungskomponenten, die das Unternehmen mit Stand zum Jahresende auf 5,1 Millionen Euro bezifferte. Allerdings könnte diese Zahl je nach Entwicklung des Konzerns noch fallen oder auf bis zu 14,7 Millionen Euro steigen.

Der US-Amerikaner McDermott hatte es im Jahr zuvor noch auf eine Gesamtvergütung von hochgerechnet 12,8 Millionen Euro gebracht. McDermott war bis Mitte Oktober 2019 Vorstandschef, ehe Klein zunächst gemeinsam mit Jennifer Morgan an die Spitze des Walldorfer Konzerns gerückt war. Morgan hielt sich dort allerdings nicht lange - seit Mai 2020 ist der 40-jährige Klein alleiniger Chef. Er hatte angekündigt, angesichts der Corona-Krise rund 220 000 Euro seines Gehalts an wohltätige Zwecken spenden zu wollen.

Die Gesamtvergütung aller SAP-Vorstände belief sich - inklusive variabler langfristiger Bestandteile - hochgerechnet zum Jahresende auf 32,2 Millionen Euro. Herausgerechnet aus dieser Zahl und aus Kleins Vergütungsansprüchen sind bereits variable Bonuszahlungen für 2020: Diese tauchen im Geschäftsbericht noch mit hypothetischen Kennziffern auf - allerdings steht nach Konzernangaben inzwischen fest, dass diese Gelder wegen verfehlter Ziele gar nicht fließen. Die Vorstandsvergütung lag damit deutlich unter der 2019er-Marke von 54,6 Millionen Euro.

SAP hatte im Herbst seine Finanz- und Profitabilitätszielen kassiert, daraufhin brach der Aktienkurs massiv ein. Das schlug sich auch auf die Vorstands-Gehaltsansprüche nieder.

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