Baden-Württemberg

Schnelltest statt Sakrament: Kirche wird zu Testzentrum

Corona-Schnelltests
Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus und ein Teststäbchen in den Händen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild © Hauke-Christian Dittrich

Stuttgart (dpa/lsw) - Tests statt Taufe heißt es künftig in der Stuttgarter Johanneskirche. Das evangelische Gotteshaus hat sich seit Freitag und zumindest bis auf weiteres in ein kommerzielles Corona-Schnelltestzentrum verwandelt. Auf Höhe des Taufsteins werden nun die Schnelltests genommen. «Die Laborauswertung findet dann zwischen Altar und Orgel statt», teilte die Evangelische Kirche in Stuttgart mit. Der traditionelle Kirchenbetrieb wird dadurch nicht aufgehalten, denn derzeit können in dem Gebäude wegen Heiz- und Lüftvorschriften ohnehin keine Gottesdienste gefeiert werden, wie die örtliche Dekanin Elke Dangelmaier-Vinçon im Vorfeld der Tests erklärte.

Die Kirche wolle einen Beitrag dafür leisten, dass zwischenmenschliche Kontakte ohne Ansteckungsgefahr möglich seien, sagte sie weiter. «Die Kirche bleibt als Kirche erlebbar.» Mit den Ärzten sei vereinbart, dass während der Testzeiten die Osterkerze als Zeichen der Hoffnung und der Auferstehung brenne.

Ein ungewöhnlicher Rahmen, der sich nach Ansicht der ausrichtenden Schnelltest Süd GmbH (Frickenhausen) sehr gut eignet: «Hohe Decken, ein großer Eingang und eine Seitentüre als Ausgang, ein geringer Infektionsschutz. Optimaler geht's nicht», sagte der Mediziner Frank Mürdel kurz vor dem ersten Testkunden der dpa.

Die Tests sind mit einer Überweisung vom Arzt, einer Anweisung des Gesundheitsamts oder einer Warnung durch die Corona-App kostenlos. Für alle anderen kostet ein Schnelltest nach Angaben des Ausrichters Corona Schnelltest Süd GmbH 39 Euro, ein PCR-Test zusätzlich 60 Euro und ein Antikörper-Schnelltest 49 EUR. Das Testergebnis liegt bereits nach 15-20 Minuten vor.

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