Baden-Württemberg

Scholz: «Ich will mich nicht auf Umfragen ausruhen»

Olaf Scholz lächelt
Olaf Scholz, Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat, lächelt. Foto: Carsten Koall/dpa © Carsten Koall

Nürtingen/Esslingen (dpa) - SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat im Endspurt zur Bundestagswahl nochmal um Stimmen in der langjährigen CDU-Hochburg Baden-Württemberg gekämpft. Nach seinem Auftritt vor dem Finanzausschuss des Bundestags zu Geldwäsche-Ermittlungen kam der 63-jährige Finanzminister am Montag noch zu zwei Wahlkampfauftritten nach Nürtingen und Esslingen. Scholz warnte davor, sich auf den Umfragen, in denen die SPD vor der Union führt, auszuruhen. Das Motto heiße: «Auf dem Teppich bleiben.» Wer ihn als Bundeskanzler wolle, müsse auch die SPD wählen. Scholz hatte am Morgen in Berlin Vorwürfe gegen die Anti-Geldwäsche-Einheit FIU zurückgewiesen.

In Nürtingen sagte der Vize-Kanzler vor etwa 300 Zuhörern am frühen Nachmittag: «Ich hatte noch was in Berlin zu tun.» Am Wochenende hatte Scholz noch erklären lassen, er könne wegen dreier lange geplanter Wahlkampftermine nicht in Präsenz an der Ausschusssitzung in Berlin teilnehmen, sondern nur digital. Die Union hatte das heftig kritisiert. Schließlich erschien Scholz doch vor dem Ausschuss und sagte dafür seinen ersten Termin im Wahlkampf in Tübingen ab. In Esslingen betonte er am späten Nachmittag vor Journalisten erneut, unter seiner Regie sei die Anti-Geldwäsche-Einheit personell aufgestockt und technisch besser ausgerüstet worden.

Bei beiden Auftritten hielt Scholz der Union erneut vor, die Steuern für Besserverdienende senken zu wollen. Das sei «unfinanzierbar, unsolidarisch und völlig aus der Zeit gefallen». In Nürtingen wurde Scholz anlässlich des Weltkindertags von den zwei Kinderreportern David und Kim (beide elf Jahre) befragt. David fragte, ob Scholz traurig sei, wenn er etwas Schlechtes über sich lese oder höre. «Mal so, mal so», antwortete der 63-Jährige. Wenn er etwa in der «Tagesschau» kritisiert werde, versuche er sich immer vorzustellen, eine Freundin oder ein Arbeitskollege hätten ihn gerügt. «Dann kann man das gut verkraften.»

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