Baden-Württemberg

«Schule auf Distanz»: Im Fernunterricht ist Nähe gefragt

Eine Schülerin sitzt an ihrem Schreibtisch und arbeitet am Laptop
Eine Schülerin sitzt an ihrem Schreibtisch und arbeitet am Laptop. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © Sebastian Gollnow

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach den Weihnachtsferien wird in den baden-württembergischen Schulen wieder in den Klassenzimmern unterrichtet. Distanzunterricht soll vermieden werden, ist bei steigenden Corona-Infektionszahlen aber auch nicht ausgeschlossen. Dabei kommt es für die Schülerinnen und Schüler vor allem auf den persönlichen Kontakt mit den Lehrkräften zum Beispiel durch Videokonferenzen und persönliche Gespräche an, wie eine Studie an der Universität Tübingen zeigt. Dieser sei der Schlüssel zu gutem Unterricht und zur Freude am Lernen.

Für die Studie haben das Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen und das Leibniz-Institut für Wissensmedien in der ersten Phase der Schulschließungen im Frühsommer 2020 rund 3200 Schüler, 1700 Eltern und 300 Lehrer von weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg befragt. Die Ergebnisse wurden nach Uni-Angaben in der Zeitschrift AERA Open veröffentlicht.

Es habe sich gezeigt, dass beispielsweise Video-Meetings oder auch persönliche Treffen der Lehrkraft mit einzelnen Schülerinnen und Schülern am meisten zur Unterrichtsqualität beitrugen, teilten die Institute mit. Außerdem hätten Kinder und Jugendliche dann mehr Spaß am Lernen und seien bereit, sich stärker anzustrengen.

«Selbstgemachte Videos der Lehrkräfte wurden am besten beurteilt», erklärte Bildungsforscherin Ann-Kathrin Jaekel. Dabei werde kein Wert gelegt auf Perfektion. «Sie wollen lieber die eigene Lehrkraft sehen und das Gefühl haben, da hat sich jemand für uns richtig Mühe gegeben», sagte Jaekel weiter. Eine eher schlechte Idee seien dagegen Lernvideos von Drittanbietern.

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