Baden-Württemberg

Schwächelnde Offensive: Wer soll Freiburgs Tore schießen?

Trainer Christian Streich von SC Freiburg
Trainer Christian Streich von SC Freiburg. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild © Andreas Gora

Freiburg (dpa/lsw) – Vielleicht gehen beim SC Freiburg derzeit neidische Blicke Richtung Portugal. Während sich die Freiburger Offensive in den vergangenen Spielen schwer getan hat, trifft der im Sommer zu Benfica Lissabon gewechselte Fußball-Nationalstürmer Luca Waldschmidt zuverlässig. Auf fünf Tore und zwei Assists kommt er in sieben Spielen in Liga und Europa League. Der Sport-Club hat insgesamt sechs Tore in fünf Ligaspielen erzielt, die Hälfte gleich beim Auftaktsieg in Stuttgart. Wer soll also im nächsten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) die Tore für die Breisgauer schießen?

DIE ROUTINIERS: Am zuverlässigsten sind bislang SC-Rekordtorjäger Nils Petersen und Vincenzo Grifo, die jeweils zwei Tore und eine Vorlage beigesteuert haben. Petersen hatte teilweise ein bisschen Pech bei Abschlüssen und hing manchmal auch in der Luft, weil zu wenige Bälle in den Strafraum kamen. Grifo demonstrierte seine gute Schusstechnik beim Treffer am vergangenen Samstag in Berlin, konnte seine Gefahr bei Standards aber noch nicht wie gewohnt einbringen.

DER ARBEITER: Lucas Höler, in der vergangenen Saison noch zweitbester Torschütze nach Petersen, kann bisher nicht an diese Leistung anknüpfen. Obwohl er die meiste Einsatzzeit aller Offensiven hatte, stehen erst zwei Assists auf seinem persönlichen Konto. Unverzichtbar erscheint er für seinen Trainer trotzdem, weil er «sehr wach ist, gut antizipiert», weil er keinen Zweikampf scheut und unermüdlich ein großes Laufpensum abspult – das beim SC von allen Stürmern als erste Verteidiger gefordert wird.

DER AMBITIONIERTE: Mit großen Ambitionen und endlich verletzungsfrei startete Roland Sallai in seine dritte Saison beim Sport-Club. Der ungarische Nationalspieler agiert zwar immer wieder auffällig, ist aber nicht effektiv - und machte bei Union vor dem Gegentor einen Fehler. Ein Tor und eine Vorlage stehen in seiner Bilanz.

DIE SÜDKOREANER: Wooyeong Jeong und Changhoon Kwon wurden oft im Doppelpack eingewechselt und Streich attestiert ihnen, «Bewegung reinzubringen» – etwas Zählbares kam dabei aber noch nicht heraus.

DER NEUE: Das gilt auch Ermedin Demirovic, der in der vergangenen Saison beim FC St. Gallen 14 Tore geschossen und sieben Vorlagen geliefert hat. Er hatte allerdings auch erst fünf Einsatzminuten (ohne Nachspielzeit) in drei Spielen. «Er muss sich noch anpassen an die Bundesliga», sagt Streich über den U21-Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina. «Aber er sieht, was er verbessern muss.»