Baden-Württemberg

Schwarz dringt bei Schulöffnungen auf schärfere Auflagen

Andreas Schwarz (Bündnis90/ Die Grünen)
Andreas Schwarz (Bündnis 90/Die Grünen), Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © Marijan Murat

Stuttgart (dpa/lsw) - Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz dringt angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen auf schärfere Auflagen an den Schulen. «Wir müssen jetzt dringend nachsteuern», sagte Schwarz der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Stuttgart. «Wir brauchen an Grundschulen eine Maskenpflicht.» Dies sei für den Gesundheitsschutz von Lehrkräften und Kindern unerlässlich.

Bei den 5. und 6. Klassen, die erst am Montag wieder in die Schulen zurückgekehrt waren, müsse man noch stärker umsteuern. «Wir halten es für erforderlich, dass es an den weiterführenden Schulen Hybridunterricht, Wechselunterricht und geteilte Klassen gibt.» Das Kultusministerium müsse das jetzt konkret prüfen und darlegen, wie man das umsetzen kann. Hybridunterricht ist eine Mischform aus Präsenz- und Online-Unterricht.

Nach wochenlangem Corona-Lockdown waren Fünft- und Sechstklässler am Montag in den Präsenzunterricht zurückgekehrt. Zudem waren die Grundschulen vom Wechselunterricht in den Regelbetrieb übergegangen. Schüler von der siebten Klasse an bleiben - mit Ausnahme der Abschlussklassen - bis nach den Osterferien im Fernunterricht. Im Gegensatz zu den Fünft- und Sechstklässlern müssen die Grundschüler keine Masken tragen.

Schwarz sagte zu den steigenden Coronazahlen und der Verbreitung der Mutanten: «Die Lage ist ernst.» Er erwarte von der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am kommenden Montag Vorschläge, «wie das exponentielle Wachstum gebrochen werden kann». Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte am Dienstagabend im ZDF geplante weitere Öffnungen infrage gestellt.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist im Südwesten landesweit auf 79,8 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner gestiegen. Zum Vergleich: Vor einer Woche lag der Wert noch bei 60,7; vor einem Monat - also noch mitten im Lockdown - bei 43,7. Baden-Württemberg hat seinen Spitzenplatz mit den wenigsten Corona-Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen schon länger eingebüßt. Derzeit liegt das Land nach einer Aufstellung des Robert Koch-Instituts auf Rang sechs.

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