Baden-Württemberg

Sehr hohe Geburtenzahlen in Baden-Württemberg: Rems-Murr-Kreis über dem Durchschnitt

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Symbolbild. © pixabay

Stuttgart (dpa/lsw) - In Baden-Württemberg sind im vergangenen Jahr so viele Babys zur Welt gekommen wie in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr. Es wurden rund 109 000 Kinder lebend geboren, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Damit habe die Zahl der Lebendgeborenen im Jahr 1998 letztmals höher gelegen. Die enorm gestiegene Zuwanderung könne einer der Gründe sein für diesen Trend, vermuteten die Statistiker. Diese habe gleichfalls zu einer Zunahme der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter geführt.

Im Rems-Murr-Kreis werden mehr Kinder geboren

Das Statistische Landesamt hat die Zahlen aller Kreise in Baden-Württemberg aufgelistet. Daraus geht hervor, dass im Rems-Murr-Kreis überdurchschnittlich viele Kinder geboren werden. Der Landesdurchschnitt beträgt 1,57 Kinder je Frau, zwischen Rems und Murr haben die Frauen durchschnittlich 1,68 Kinder. Auch bei der Anzahl der geborenen Kindern liegt der Kreis ganz vorne: 4.171 geborene Kinder im Jahr 2019 bedeuten Platz sieben.

Als weiterer Grund wird genannt, dass nun die Kinder der Babyboomer aus geburtenstarken Jahrgängen Anfang der 1960er-Jahre nun selbst Kinder bekommen. Nach Angaben der Statistiker ist die hohe Geburtenzahl auch auf eine relativ hohe Geburtenrate zurückzuführen. Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau lag im Jahr 2019 bei 1,57 und war damit die dritthöchste seit 1974.

Warum sind die Zahlen in manchen Kreisen höher?

Innerhalb des Landes gibt es laut Mitteilung aber große Unterschiede: Spitzenreiter unter den 44 Stadt- und Landkreisen war im Jahr 2019 der Landkreis Biberach mit einer Geburtenrate von 1,81 Kindern je Frau, gefolgt vom Stadtkreis Pforzheim (1,78). Am Ende der Rangliste seien die Stadtkreise Heidelberg mit 1,17 und Karlsruhe mit 1,26 sowie Freiburg mit 1,28 Kindern je Frau.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung, die deutlich bessere Kinderbetreuung im Land und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie könnten Frauen stärker dazu bewegen, Kinder zu bekommen, vermutete das Statistische Landesamt weiter. Paare verzichteten dagegen in gesellschaftlichen Krisen- und Umbruchsituationen auf die Geburt von Kindern.

Aber die Geburtenrate reicht nach wie vor nicht aus, um den Bestand der Bevölkerung zu erhalten. Hierzu wäre eine Geburtenrate von 2,1 Kindern je Frau notwendig. Zuletzt wurde dieser Wert im Südwesten im Jahr 1970 erreicht, so die Statistiker.