Baden-Württemberg

Seilbahnen mahnen Sonderhilfen an: Millionen-Einbußen

Von Wintersportlern gelegte Spuren zeichnen sich im Schnee ab
Von Wintersportlern gelegte Spuren zeichnen sich im Schnee nahe der Talstation der stillgelegten Feldbergbahn ab. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild © Philipp von Ditfurth

Garmisch-Partenkirchen/St. Blasien (dpa/lby) - Nach der coronabedingt ausgefallenen Skisaison hoffen die kommunalen Betreiber von Skiliften auf Finanzhilfen des Bundes. «Der Verband für deutsche Seilbahnen bemüht sich aktuell um eine branchenübergreifende Sonderregelung», sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) und Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn, Matthias Stauch, am Freitag.

Der Vorsitzende des Liftverbunds Feldberg, St. Blasiens Bürgermeister Adrian Probst, sprach dazu mit dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, Thomas Bareiß. Dieser habe zugesichert, Möglichkeiten zu prüfen, teilte die Stadt am Freitag mit.

Anders als private Liftbetreiber erhielten kommunal getragene Lifte keine Mittel aus dem dritten Corona-Hilfsprogramm, erklärte Probst. November- und Dezemberhilfen seien schon geflossen, auch an Kommunen.

Doch viele Skiliftbetreiber gehen hier leer aus. Im November und Dezember sind viele Bahnen in Revision. Der Skibetrieb startet vielerorts erst um Weihnachten. Deshalb können keine entgangenen Umsätze gemäß den früheren Jahren geltend gemacht werden.

Die Zugspitzbahn, deren Wintersaison an Deutschlands höchstgelegenem Skigebiet wiederum oft schon im November beginnt, habe aus den erweiterten November- und Dezemberhilfen bisher 4,8 Millionen Euro als Unterstützungsleistung erhalten, sagte Stauch. Weitere 1,3 Millionen Euro sollten demnächst noch ausgezahlt werden.

Stauch hatte bereits im Februar spezielle Corona-Hilfen für die Branche angemahnt. Rund 50 Prozent der Betriebe seien bedroht, sagte er damals. Speziell treffe es Seilbahnen und Lifte, die nur im Winter zum Skibetrieb liefen. Aber auch viele andere Liftunternehmen machen ihren Hauptumsatz im Winter.

Ein einziger Stillstandtag im Februar bedeutet laut VDS Umsatzeinbußen von rund einer Million Euro in der Branche. Es gehe aber um mehr als die Existenz von Seilbahnunternehmen. Ein Arbeitsplatz bei der Seilbahn schaffe rund fünf weitere Arbeitsplätze in der Region.

Nun setzen die Liftbetreiber auf die Sommersaison. Bereits im vergangenen Sommer hätten sich die Hygienekonzepte der Bahnen bewährt, hatten die Betreiber mehrfach betont.

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