Baden-Württemberg

Sorge um heimische Streuobstwiesen

Äpfel sind auf einer Wiese mit Streuobstbäumen zu sehen
Äpfel sind auf einer Wiese mit Streuobstbäumen zu sehen. Foto: Patrick Seeger/dpa/Symbolbild © Patrick Seeger

Konstanz (dpa/lsw) - Der Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Hahn hat mehr finanzielle Unterstützung für Streuobstwiesen gefordert. Die staatliche Streuobst-Förderung solle ausgeweitet werden, sagte Hahn dem «Südkurier» (Samstag) in Konstanz. «Wir brauchen weitere Angebote.» Auch Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) zeigte sich nach Angaben der Zeitung offen für neue Unterstützungsmöglichkeiten.

1965 standen in Baden-Württemberg noch etwa 18 Millionen Streuobstbäume, wie das Blatt unter Berufung auf das Ministerium berichtete. Im vergangenen Jahr seien es nur noch gut sieben Millionen gewesen - ein Rückgang um gut 60 Prozent. Mit etwa 89 000 Hektar gebe es im Südwesten aber die bedeutendsten zusammenhängenden Streuobstwiesen-Bestände Mitteleuropas. «Das Umland von Stuttgart und Pforzheim sowie Teile des Oberschwäbischen gelten als Kerngebiete des Streuobstes. Auch am Bodensee haben sich neben Spalierobst-Plantagen große Flächen mit sogenannten Hochstamm-Bäumen erhalten.»

Die Lage sei «wirklich sehr besorgniserregend», sagte Hahn. Die Bedeutung der Streuobstwiesen für Biodiversität und Landschaftsbild sei enorm. Markus Rösler vom Naturschutzbund Nabu sieht den Bestand als «akut gefährdet» an. «Wir benötigen dringend professionelle Initiativen für die Vermarktung von Hochstamm-Obst», sagte er dem «Südkurier». Beim Kauf einer Flasche Apfelsaft müsse dem Verbraucher sofort ins Auge stechen, dass er damit die heimische Kulturlandschaft unterstütze. Ein Problem ist, dass Streuobstwiesen deutlich weniger Erträge liefern als intensiv bewirtschaftete Flächen.

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