Baden-Württemberg

Strobl: Corona-Proteste werden sich hinziehen

Thomas Strobl (CDU)
Thomas Strobl (CDU), Innenminister von Baden-Württemberg. Foto: Bernd Weißbrod/dpa © Bernd Weißbrod

Stuttgart (dpa/lsw) - Nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen und zahlreichen Protestzügen gegen die Corona-Politik rechnet Innenminister Thomas Strobl mit ähnlichen Demonstrationen im Südwesten auch über einen längeren Zeitraum. «Ich muss leider davon ausgehen, dass wir das auf absehbare Zeit so haben werden», sagte der CDU-Politiker am Dienstag zur nach wie vor hohen Zahl von Polizeieinsätzen bei den Versammlungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen. Die Polizei müsse sich auf weitere Einsätze einstellen.

Am Montagabend waren bei einer unangemeldeten Demonstration in Mannheim nach Angaben Strobls 13 Polizisten verletzt worden. Protestierende hatten laut Polizei das Versammlungsverbot ignoriert und Widerstand geleistet, als die Ordnungskräfte ihren Aufzug beenden wollten. Auch in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) gab es einen Protest mit 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Weitere Demonstrationen etwa in Heidelberg verliefen friedlich. Laut Strobl wurden am Montag insgesamt 17 Polizistinnen und Polizisten verletzt, am vergangenen Wochenende sei es «rund ein Dutzend» gewesen. Insgesamt waren mehrere Tausend Beamte im Einsatz.

Ebenso wie Justizministerin Marion Gentges (CDU) hält auch Strobl beschleunigte Verfahren nach Straftaten bei den Protesten für sinnvoll. «Das ist ganz in meinem Sinne, wenn die Strafe auf dem Fuß folgt», sagte er. Expressurteile werden möglichst am selben oder teils am nächsten Tag gesprochen.

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