Baden-Württemberg

Studie: Fachkräftemangel größte Herausforderung für Handwerk

Rainer Reichhold
Handwerkspräsident Rainer Reichhold. Foto: Simon Sachseder/dpa/Archivbild © Simon Sachseder

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Mangel an Fachkräften ist und bleibt einer Studie zufolge die größte Herausforderung für viele Handwerksbetriebe im Südwesten. In nahezu allen handwerklichen Berufen gebe es einen Engpass, schreiben die Autoren vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in ihrer am Dienstag veröffentlichten Analyse. Gemessen an den üblichen Kriterien blieben freie Stellen überdurchschnittlich lang unbesetzt, zudem kämen auf jede freie Stelle rechnerisch ausgesprochen wenige arbeitslose Fachkräfte.

Um dem entgegenzuwirken, schlagen die Autoren verschiedene Strategien vor, darunter eine bessere Bezahlung. Zwar seien die Löhne im Handwerk in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als in der Wirtschaft insgesamt. Trotzdem lägen sie noch immer um mehr als acht Prozent unter dem Durchschnitt. Potenzial sehen die Forscher auch in noch mehr Ausbildung sowie in der Qualifizierung von Mitarbeitern, die bisher in sogenannten Helfer-Berufen tätig sind. Auch flexiblere Arbeitsmodelle wie Teilzeit oder der verstärkte Einsatz digitaler Technik könnten helfen, hieß es.

Handwerkspräsident Rainer Reichhold nannte neben dem Mangel an Fachkräften und der Nachfolge-Suche vor allem die Nachwuchsgewinnung als zentrale Herausforderung. «Hier werden alle Anstrengungen unternommen, damit Jugendliche und Betriebe auch in den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie zusammenfinden», sagte er.

Laut Studie arbeitete 2019 etwa jeder zehnte oder jede zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Südwesten in einem Handwerksberuf - mehr als 480 000 Menschen.