Baden-Württemberg

Studie zu nachhaltiger Verkehrspolitik: Südwesten vorn

Zwei Stadtbahnen fahren in Stuttgart neben Autos
Zwei Stadtbahnen fahren in Stuttgart neben Autos. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © Marijan Murat

Stuttgart (dpa/lsw) - Welches Bundesland macht die nachhaltigste Verkehrspolitik? Baden-Württemberg belegt in einer Rangliste mehrerer Verbände erneut den ersten Platz unter den Bundesländern.

Die Unterschiede zwischen den 16 Ländern in Sachen Nachhaltigkeit und Sicherheit seien groß, heißt es in einer Auswertung, die Allianz pro Schiene, BUND und Verkehrssicherheitsrat beim Marktforschungsinstitut Quotas beauftragt haben und am Donnerstag vorstellten. Kategorien waren Lärmschutz, Flächenverbrauch, Luftqualität, Klimaschutz und Verkehrssicherheit. Den Verbänden zufolge beruht der Vergleich auf amtlichen Daten.

Baden-Württemberg kam auf 65 von 100 möglichen Punkten und führt damit die Liste an - vor Thüringen und, mit etwas Abstand, Rheinland-Pfalz. Diese drei lagen auch schon im vorigen Ranking vor zwei Jahren vorn. Bayern landete mit 39 Punkten erneut auf dem letzten Platz, hinter Schleswig-Holstein und Hamburg.

Baden-Württemberg punktete beim «Bundesländerindex Mobilität und Umwelt» vor allem bei den Themen Verkehrssicherheit, Lärm und Flächenverbrauch. Bei den verkehrsbedingten CO2-Emissionen pro Einwohner belege das Land nur einen Platz im Mittelfeld der Bundesländer.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte, die Ergebnisse seien eine Anerkennung beharrlicher Arbeit. «Baden-Württemberg ist der Einäugige unter den Blinden», sagte hingegen Brigitte Dahlbender, die BUND-Landeschefin ist. Es sei erschreckend, dass die Verkehrspolitik in Deutschland noch meilenweit von einer nachhaltigen Entwicklung entfernt sei.

Die Themenbereiche im Überblick:

LÄRMMINDERUNG: Das Ziel, bis zum Jahr 2020 mindestens ein Fünftel weniger vom Verkehrslärm betroffene Menschen zu haben - und bis 2030 sogar 50 Prozent weniger -, sorgt dafür, dass das Land in dieser Kategorie den ersten Platz belegt. Aktuell seien 2,7 Prozent der Einwohner des Landes davon betroffen.

VERKEHRSSICHERHEIT: Der Südwesten sei das Bundesland mit der besten Entwicklung bei den Schwerverletzten im Straßenverkehr. 2014 wurden noch 890 Menschen pro eine Million Einwohner schwer verletzt. Im letzten Jahr waren es noch 730 Personen.

FLÄCHENVERBRAUCH: Baden-Württemberg ist dem Index zufolge eines von drei Ländern, die mit ihrem Flächensparziel so anspruchsvoll sind wie das Umweltbundesamt. Nur noch drei Hektar sollen im Jahr 2020 zugebaut werden. Zwischen 2010 und 2017 seien es zwischen vier und acht Hektar gewesen. Hier belegt das Land Platz zwei.

KLIMASCHUTZ: Mit mehr als zwei Tonnen verkehrsbedingter CO2-Emissionen pro Einwohner werde Platz neun unter den Ländern belegt, teilten die Verbände mit.

LUFTQUALITÄT: Hier belegt das Land Platz acht. Vor allem Stuttgart hat in der Vergangenheit wegen zu hoher Stickstoffdioxid-Werte für Schlagzeilen gesorgt.